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Hörbuch-Kritik

"Ghostsitter" von Tommy Krappweis: Diese Geister machen Spaß

Tom erbt eine Achterbahn voller lebendiger Monster: "Ghostsitter" von Tommy Krappweis wird dank Sprechern wie Christoph Maria Herbst und Wigald Boning zum genial-amüsanten Hörbuch - nicht nur für Kinder.

"Ghostsitter"

Tom erbt eine Geisterbahn voller quicklebendiger Monster

Darum geht es in "Ghostsitter":

Der 14-jährige Computerspielnerd Tom Röschenberg hat beide Eltern verloren und wächst in bescheidenen Verhältnissen bei seiner Oma auf. Eines Tages erhält Tom einen Brief von einem Anwalt: Er soll Alleinerbe seines verstorbenen Großonkels Heinrich werden und ein unglaubliches Vermögen bekommen: zehn Millionen Euro! Die Erbschaft ist jedoch an eine merkwürdige Bedingung geknüpft. Tom muss die Geisterbahn "Schreckensfahrt" seines Großonkels fortführen und mit ihr von Stadt zu Stadt tingeln. Was er nicht ahnt: die Monster in der Geisterbahn sind allesamt quicklebendig.

Tom wird zum Chef einer Mutanten-Geistertruppe: Vampir Vlarad, der bei Blutkonsum zum jeweiligen Spenderwesen mutiert - meist zu Meerschweinchen. Zombie Wombie, der wütend wird, sobald man seinem rosa Plüschhäschen zu nahe kommt. Mumie Hop-Tep, die täglich neu bandagiert werden muss. Werwolf Welf, der gerne mit dem Cabriolet durch die Gegend braust. Und dem eifersüchtigen Gespenstermädchen Mimi.

"Ghostsitter"

Tom erbt eine Geisterbahn voller quicklebendiger Monster. Die Kinder-Hörbuchreihe gibt es bei Audible zum Download.

Toms Geisterbahn-Monster entpuppen sich als liebenswürdig und harmlos, sind aber unselbständig - er wird zum "Ghostsitter" und muss sich zusammen mit ihnen gegen den bösen Zoracz, der ihnen die Geisterbahn abjagen will, zur Wehr setzen und allerlei Abenteuer bestehen.

Wer spricht?

Die Besetzung des Hörbuchs ist genial: Autor Tommy Krappweis, Erfinder von "Bernd das Brot" und durch seine Rollen als Comedian bei "RTL Samstagnacht" bekannt geworden, trommelte mit Christoph Maria Herbst, Wigald Boning, Bernhard Hoecker und Hugo Egon Balder eine Starbesetzung zusammen.

Warum lohnt sich das Hörbuch?

Die Idee von den lebendig gewordenen Gestalten in der Geisterbahn ist ebenso lustig wie einfallsreich. Mit viel Witz muss Tom in bester "TKKG"-Manier allerlei Abenteuer bestehen und wird vom einsamen Computerspielnerd zum verantwortungsvollen Helden der Story. Die einzelnen Charaktere werden durch die starken Stimmen der Starbesetzung lebendig. Anders als sonst üblich, nahmen die Sprecher ihre Rollen so oft es ging gemeinsam und nicht getrennt voneinander auf. Den Spaß den sie dabei hatten, bekommen auch die Zuhörer zu spüren. "Ghostsitter" ist ein lehrreiches Geistermärchen für Kinder und für Erwachsene ein kurzweiliges Wiederhören von ehemaligen "RTL Samstagnacht"-Kollegen.

Was nervt?

Der Anfang! "Ghostsitter" beginnt banal, sprachlich platt und erzählerisch einfallslos. Tom sitzt am Computer und spielt ein Rollenspiel. Dann hört man den Sprecher Sätze sagen wie: "Erst jetzt bemerkte Tom, dass er ziemlich Hunger hatte. Und das schon seit geraumer Zeit. Im Eifer des Gefechts hatte er mal wieder gar nicht auf seinen Körper gehört." Die belehrende Botschaft an die Kinder: immer schön aufessen. Doch wer das erste Kapitel übersteht, dem sei versprochen: Es wird lustig und spannend. Wer's eilig hat, sollte gleich zu Kapitel 5 springen.

Beste Stelle:

Als Vampir Vlarad, der vornehmlich Meerschweinchenblut saugt, an ein Stinktier gerät. Denn dummerweise verwandelt sich der schräge Vampir in das Wesen, von dem er sich ernährt.

Für wen lohnt sich das Hörbuch?

Für Kinder ab acht Jahren  - für jüngere könnten die Geschichten zu gruselig sein - und für Erwachsene, die Fans von Christoph Maria Herbst sind.

mai