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John F. Kennedy Jr.: Wie schwer war die Familien-Bürde wirklich?

John F. Kennedy Jr. verlor mit drei Jahren seinen Vater - den damaligen US-Präsidenten. Die Bürde des Namens lastete dennoch weiter auf ihm.

John F. Kennedy Jr. musste sich mit drei Jahren von seinem Vater, US-Präsident John F. Kennedy, verabschieden

John F. Kennedy Jr. musste sich mit drei Jahren von seinem Vater, US-Präsident John F. Kennedy, verabschieden

Das Bild, auf dem John F. Kennedy Jr. (1960-1999) als damals Dreijähriger vor dem Sarg seines getöteten Vaters John F. Kennedy (1917-1963) salutiert, ging im Jahr 1963 um die Welt. Welche Last auf den Schultern des Jungen lag, konnte zu dieser Zeit wohl kaum jemand ahnen. Die Biografie "America's Reluctant Prince" (zu Deutsch: "Amerikas Prinz wider Willen") gibt nun erstmals Einblicke in das Seelenleben des Kennedy-Sprosses. Der Historiker und frühere Freund des Präsidenten-Sohns Steven M. Gillon (62) erinnert sich.

"Niemand wird jemals ein Leben führen, wie es John F. Kennedy Jr. geführt hat", meint der 62-Jährige. In seinem Buch, das am 9. Juli erscheint, erzählt er von ihrem ersten Kennenlernen, ihren gemeinsamen Erlebnissen und Gesprächen. "Er sagte, in ihm würden zwei Personen stecken", wird Gillon exklusiv von dem US-amerikanischen "People"-Magazin zitiert. Kennedy Jr. hätte nach außen hin die Rolle des Präsidenten-Sohns gespielt, "im Inneren war er aber nur John".

Er akzeptierte sein Schicksal

Die beiden Männer lernten sich in den Achtzigerjahren an der Brown University kennen, an der Kennedy Jr. Jura studierte. Sie wurden Freunde. Über die Zeit habe Gillon eine Veränderung bei Kennedy Jr. bemerkt. "Als ich John in den 80ern zum ersten Mal traf, bezeichnete er seinen Vater als 'Präsident Kennedy'. In den 90er-Jahren nannte er ihn 'meinen Vater' und in den letzten Jahren nannte er ihn 'Papa'."

Es scheint, als habe sich der Präsidenten-Sohn über die Jahre hinweg mit seinem in die Wiege gelegten Schicksal arrangieren können. "Er verbrachte sein ganzes Leben damit herauszufinden, wer er war und was er tun wollte", sagt Gillon. In den letzten Jahren seines Lebens habe er es schließlich herausgefunden. "Er entdeckte, dass Politik Teil seiner DNA war." Doch zu einer Karriere, wie sein Vater sie als 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika erlebte, sollte es nicht kommen.

Am 16. Juli 1999 starb Kennedy Jr. bei einem Flugzeugabsturz. Er selbst saß am Steuer, mit ihm in der Maschine waren seine Frau Carolyn sowie deren Schwester Lauren. Auch sie kamen bei dem Unglück ums Leben.

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