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Der Kennedy-Clan: Sex, Drugs, saure Gurken - Amerikas "Royals"

Die Kennedys sind ein Segen. Besonders in der Saure-Gurken-Zeit überbieten sich die Boulevardblätter mit schlüpfrigen Details zu jeder Affäre bei Amerikas Ersatz-Royals.

Die Kennedys sind ein Segen. Besonders in der Saure-Gurken-Zeit. New Yorks Boulevardblätter überbieten sich mit schlüpfrigen Details der neuesten Affäre bei Amerikas Ersatz-Royals. Der Scheidungskrieg zwischen Kerry Kennedy, Tochter des 1968 ermordeten Robert Kennedy, und ihrem Ehemann Andrew Cuomo, Bauminister im Kabinett von Bill Clinton, wird seit Tagen auf den Titelseiten ausgetragen.

Futter für die Kennedy-Mania

Dass die Kennedy-Mania gerade durch zwei neue Bücher mit Enthüllungen über den 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy und seinen gleichnamigen Sohn, der 1999 beim Absturz eines Privatflugzeugs umkam, ohnehin gerade wieder angefacht worden war, erschien manchen Blattmachern wie ein Geschenk des Himmels. Heerscharen von Reportern und Fotografen setzten die "New York Post" und die "New York Daily News" auf das Noch-Ehepaar Kennedy-Cuomo an.

Beobachtet wie Popstars

Dem Großeinsatz verdanken Leser anregende Einblicke. Ein Paparazzi "erwischte" Robert Kennedys Tochter am Pool der Familienvilla in Hyannis Port (Massachusetts) mit seinem Teleobjektiv im hautengen Bikini. Nun bringt die "Post" auch Ratschläge, wie nicht mehr ganz junge Frauen durch Fitness und gesunde Ernährung einen flachen Bauch und wohlgeformten Beine wie Kerry bekommen können.

Cuomos Chancen, doch noch in die Fußstapfen seines Vaters Mario zu treten, der früher Gouverneur des Bundesstaates New York war, gelten als gering. Der Politiker der Demokraten hatte die Presse-Spürhunde zum Kummer seiner Parteifreunde selbst angelockt, als ihm nach der Ankündigung der Scheidung herausrutschte, er fühle sich durch seine Frau "betrogen". Reporter bohrten nach und fanden Cuomos Nebenbuhler: einen wohlhabenden, sonnengebräunten Polo-Spieler - und Ehemann.

Medienrummel in einem Land ohne Adel

Robert Dallek, Autor der kürzlich erschienenen Biografie "An Unfinished Life: John F. Kennedy, 1917-1963", findet den Medienrummel normal. In einem Land ohne Adelsstand, ohne eine Queen, einen Prinz Charles oder eine tragisch verunglückte Lady Diana seien die Kennedys "unsere königliche Familie". Dallek hatte die bis dahin unbekannte Affäre von JFK mit einer Praktikantin im Weißen Haus aufgedeckt.

Der Kennedy-Fluch

Anfang Juli erschien das Buch "The Kennedy Curse: Why Tragedy Haunted America’s First Family for 150 Years" (Der Kennedy-Fluch: Warum Amerikas Erste Familie seit 150 Jahren von Tragödien verfolgt wird). Autor Edward Klein, ein Freund von Jacqueline Kennedy Onassis, behauptet darin, dass die Ehe von John F. Kennedy Jr. und der schönen Carolyn Bessette lange vor dem tödlichen Absturz des Paares mit einem Sportflugzeug zerrüttet gewesen sei. Carolyn sei drogensüchtig gewesen, mit "Baywatch"-Darsteller Michael Bergin fremd gegangen und habe auf Johns Kinderwunsch mit Sexverweigerung reagiert.

Weit schlimmere Krisen

Wie übertrieben der Wirbel um die Kennedy-Cuomo-Scheidung ist, macht ein Vergleich mit anderen düsteren Kapiteln der Kennedy-Saga deutlich. Dass 1969 Senator Edward Kennedy nach einer Party mit seinem Auto von einer Brücke stürzte und seine Begleiterin dabei umkam, war nur einer von mehreren Skandalen in Amerikas "First Family". Erst im vergangenen Jahr wurde Kennedy-Neffe Michael Skakel für einen Mord verurteilt, den er 1975 begangen hatte. Eigentlich, so spottete denn auch das Intellektuellen-Magazin "The New Yorker", sei der jüngste Kennedy-Fall nichts im Vergleich zu der Tatsache, dass seit 1847 kein Frühsommer in New York so verregnet war wie dieser.