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Ausstellung "Fette Beute. Reichtum zeigen": Das Leben der Superreichen

Champagner und goldene Handys: Die Ausstellung "Fette Beute. Reichtum zeigen" im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe widmet sich der Inszenierung von Reichtum in der Fotografie.

Ein alter Mann präsentiert seine junge Geliebte, ein Junge in Moskau zielt im Wohnzimmer mit einem Maschinengewehr auf Balletttänzerinnen im Fernsehen, ein verloren wirkender Junge mit roter Fliege und schwarzem Anzug steht auf einer Dachterrasse: Unter dem Motto "Fette Beute. Reichtum zeigen" widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg der Inszenierung von Reichtum in der Fotografie. "Früher galt das Interesse in der Fotografie vor allem der Armut. Reichtum sagt über eine Gesellschaft aber genauso viel aus wie Armut", sagte Kuratorin Esther Ruelfs am Donnerstag in Hamburg.

Zu sehen sind rund 150 Fotografien, Dokumentarfilme und Videoarbeiten von zeitgenössischen Künstlern wie Tina Barney, Gabriel Mascaro, Martin Parr, Julika Rudelius und Juergen Teller. Hinzu kommen Amateuraufnahmen aus dem Blog "Rich Kids" auf Instagram, TV-Serien wie "Rich Kids of Beverly Hills" und historische Pendants von der Jahrhundertwende bis zu den 1960er Jahren von Jacques Henri Lartigue, Lisette Model, Regina Relang und Edward Steichen. "Wir wissen, wie wir Armut fotografieren. Es wird Zeit, dass wir den Reichtum fotografieren", sagte die Fotografin Dorothea Lange im Jahr 1964.

Oligarchen-Kinder und High Society

Diese Forderung wurde in den 1980er Jahren eingelöst. So stellt der amerikanische Fotograf Jim Goldberg in seinem Porträtprojekt (1977-1985) Arm und Reich einander gegenüber. "Ich wünsche mir, meinem Sohn das geben zu können, was ich im Leben nicht bekommen habe - einschließlich Liebe", steht unter dem Foto einer jungen Afroamerikanerin, die in einer billigen Absteige lebt. "Ich musste nicht einen Tag in meinem Leben arbeiten", heißt es dagegen unter dem Foto eines reichen Ehepaars in seiner Luxuswohnung.

Auch die Auswirkungen der Globalisierung in den sogenannten Schwellenländern wird thematisiert: So zeigt der Niederländer Paolo Woods chinesische Investoren, die sich in Afrika wie Kolonialherren in Szene setzen. Anna Skladmann porträtiert Oligarchen-Kinder in Russland, Martin Parr die High Society auf dem Rennplatz, bei Mode- und Kunstmessen. Die "Rich Kids" auf Instagram stellen Bilder von sich selbst ins Internet - mit goldenen Mobil-Telefonen, Champagnerflaschen und bei ausschweifenden Partys.

kup/DPA / DPA