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Globalisierungs-Debatte: Streichelzoo statt Streitgespäch

Anlässlich des Ase-Treffens und des G8-Gipfels mehren sich die Proteste in der Bevölkerung. In einer Podiumsdiskussion diskutierten Wirtschaftsexperten über die Folgen der Globalisierung. Doch statt Tacheles gab es diplomatischen Weichspüler.

Von Angelika Dehmel

Die geladenen Experten marschieren ein wie römische Gladiatoren, mit durchgedrücktem Rücken, streng in einer Reihe hintereinander weg. Ihre Arena: das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Die Kämpfer: Wolfgang Hirn vom "Manager Magazin" und Eberhard Sandschneider, Professor für Auswärtige Politik. Als Dompteur im Ring: der Journalist Jürgen Heuer. Anlässlich des "8. Asien-Europa Treffen" in Hamburg diskutieren sie über die Folgen der Globalisierung, und welche Rolle Asien dabei spielt.

Jürgen Heuer läutet die erste Runde ein. Chinas Wirtschaft boomt - aber um welchen Preis? "Globalisierung, was bedeutet das überhaupt für Deutschland?" fragt er. Wolfgang Hirn, Autor des Buchs "Angriff aus Asien", beklagt sich über verpasste Chancen. Als Beispiel nennt er den Transrapid, der zwar in Deutschland gezeugt, aber in China aufgezogen wird. Zudem seien die billigen Arbeitskräfte gerade für europäische Firmen eine Versuchung, ihre Produktionen auszulagern. Und die chinesische Produktpiraterie sei geradezu kriminell. Eberhard Sandschneider pariert mit der erstaunlichen These, dass es einen Angriff aus Asien gar nicht geben würde. "Wir haben selbst Schuld, wenn wir unsere Hausaufgaben nicht machen." China schließe seine Lücken und hole auf - und das sei auch legitim. Die Zuschauer fangen an zu murmeln. Ob sie den Thesen zustimmen oder nicht, lässt sich jedoch noch nicht genau sagen.

Zuviel Höflichkeit lähmt den Dialog

Die Diskussion aber kommt wegen der übersprudelnden Höflichkeit der Teilnehmer nicht so richtig in Schwung, die Arena wirkt wie ein Streichelgehege. Der ideale Augenblick, um Vertreter vom Aufsteiger China und des Platzhirschen USA eingreifen zu lassen: Jodi Gentilozzi, Geschäftsführerin der American Chamber of Commerce, und Jinsheng Ma, Generalkonsul der Volksrepublik China, betreten die Bühne. Die US-Lady eröffnet die zweite Runde und verteilt freundlich lächelnd Höflichkeiten, gespickt mit weiblichem Charme. Über 70 Prozent der Amerikaner hätten zwar Angst vor China, aber trotzdem stünden 50 Prozent der Globalisierung positiv gegenüber. Ihr Land unterstütze Freihandelsabkommen, sei für eine flexiblere Volkswirtschaft und auf jeden Fall gegen Markenpiraterie. Das Publikum wird langsam unruhig. Wo bleibt die versprochene Diskussion?

Auch Jinsheng Ma bleibt diplomatisch. "Es ist die Zeit der globalen Globalisierung mit Vor- und Nachteilen für alle, mit China als friedlichem und wichtigem Mitglied der Weltgemeinschaft." Der Politologe Sandschneider äußert laut seinen Unmut: "Wir umschiffen hier alle Reibepunkte!", und bringt damit Jürgen Heuer dazu, die Stimmung anzuheizen. Der möchte auch direkt von Jodi Gentilozzi wissen, ob Europa als Handelspartner mittlerweile unwichtig für die USA sei und von China verdrängt werde. Die Angesprochene weicht unangenehm berührt, aber diplomatisch aus: "Wir sind Partner und konzentrieren uns auf Themen, nicht auf Länder." Das klingt wie ein höflich ummanteltes "Ja".

Gutmenschen werfen mit verbalem faulen Obst

Das Publikum ist mit dem Kampf noch immer nicht zufrieden und beginnt, verbales faules Obst zu werfen. Warum lässt China keine Gewerkschaften zu, was ist mit den Sozialleistungen, und warum eigentlich benutzen die Experten alle so kriegerisches Vokabular? Ein konsequenter Gutmensch aus dem Publikum ruft gar aus, dass er nicht mehr bei schwedischen Billigketten kauft, wenn da ein "Made in China"-Schild eingenäht ist. Sein schlechtes Gewissen kann solch moralisch schmutzige Mode nicht ertragen. Doch das geworfene Obst kommt postwendend zurück: "Wenn Sie dieses China-T-Shirt nicht kaufen, dann verliert der chinesische Arbeiter, dem sie etwas Gutes tun wollten, seinen Arbeitsplatz", argumentiert Professor Sandschneider mit feinsinnigem Lächeln. Der Menschenfreund schluckt und schweigt.

Sandschneider setzt noch einen drauf. "Auf Menschenrechte zu achten ist nicht der Sinn eines Unternehmens." Die Proteste im Saal werden lauter. Wortfetzen wie "ethische Verantwortung" oder "haben wir denn nichts gelernt" schwirren durch den Saal. Sandschneider fährt fort: "Zuerst kommt der Wohlstand, dann erst die Demokratie." Das sei überall so gewesen. Nun müsse man sehen, ob sich das auch in China durchsetzt oder ob es einen anderen, chinesischen Weg gibt. "Mit westlichem Gutmenschentum kommen wir nicht weiter."

Konflikte werden ausgeschwiegen

Das Publikum ist kollektiv entsetzt aber trotzdem frei von Gegenargumenten. Es scheint, als hätte es eine andere Diskussion erwartet. Eine, die sich mit sozialen Fragen und Argumenten im Stil von "Attac" beschäftigt. Mit anderen Worten: Globalisierung, ja oder nein? Nun müssen sich Zuschauern damit auseinandersetzen, gerade auch angesichts der Kommentare aus China und den USA, dass diese Frage in diesem kleinen Saal in Hamburg schon gar nicht mehr existiert. Die Kontrahenten wollen gar nicht richtig kämpfen, sondern weichen Konflikten aus. Und ob das in China jemanden interessiert, ist fraglich. Aber vielleicht ist gerade das der Preis der Globalisierung.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(