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Bildband "Real People of East Africa": "Niemand, den ich in Afrika getroffen habe, will nach Europa kommen"

Afrika-Experte Roland Brockmann stellt die normalen Menschen des Kontinents vor. Jenseits von Katastrophen und Horrormeldungen. Er zeigt das wahre Leben in Afrika.

Rose Mongi: "Für gutes Bier braucht man die richtigen Bananen. Am besten 'Kuhbananen'."  ROLAND BROCKMANN - REAL PEOPLE OF EAST AFRICA Text und Fotografie von Roland Brockmann.  18,00 Euro

Rose Mongi: "Für gutes Bier braucht man die richtigen Bananen. Am besten 'Kuhbananen'."

ROLAND BROCKMANN - REAL PEOPLE OF EAST AFRICA Text und Fotografie von Roland Brockmann.
18,00 Euro


Gewöhnliche Menschen haben es schwer in den Medien - sie sind schlicht nicht interessant genug. Das gilt erst recht, wenn sie aus dem fernen  kommen. Afrika ist nur ein Thema, wenn es schreckliche Nachrichten gibt. Massaker, Terrorgruppen, Hungersnöte oder Ebola.

Nicht so bei . Seitdem er von 2002 bis 2004 als Entwicklungshelfer in Daressalam für die Aids-Prävention gearbeitet hat, lässt ihn der schwarze Kontinent nicht mehr los. Nun hat er ein Buch über die ganz normalen Menschen dort veröffentlicht. 

Das ganze Projekt wurde mit eigenen Mitteln finanziert. "Da sind vor allem die Reisekosten. Natürlich macht sich das finanziell bemerkbar. Aber ich kenne das Land und lebe dort wie ein Einheimischer, das hat mir geholfen, dieses Projekt zu finanzieren“, sagte Brockmann dem stern.

Die Würde der Personen

Der Journalist nähert sich seinen Protagonisten mit den Mitteln der Dokumentarfotografie. Die Abgebildeten sind nicht inszeniert oder irgendwie in Szene gesetzt. Auf den Bildern sprechen sie für sich in ihrer eigenen Würde. Der Band zeigt keine farbenfrohe Eingeborenen-Idylle und keine herzzerreißende Elendsfotografie. "Irgendwann war ich es leid, immer nur über die Probleme in Afrika zu berichten. Ich weiß, dass die meisten Leute dort ein ganz normales Leben führen. Natürlich haben sie auch Sorgen." Zu jeder Person gibt es einen umfangreichen Text, in dem die Menschen über sich und ihre Welt erzählen. "Das sind ihre Geschichten - das war mir sehr wichtig. Die Texte sind etwas gekürzt und geglättet - aber ich habe nichts hinzugefügt." Es gäbe schon genug Weiße, die ihre Theorien über den afrikanischen Kontinent verbreiten.

Menschen sprechen für sich

Der Fotograf erschließt mit seinen Erzählungen eine fremde Welt. Man merkt, wie bescheiden die materiellen Verhältnisse sind. Ein Mantel für einen Verwandten zu kaufen, das ist eine wirkliche Ausgabe. Man erfährt auch, wie viel schwerer das Leben für Frauen ist. Die mit ihren Kindern allein gelassen werden und sich irgendwie durchschlagen müssen. Oder auch für Männer, die ihre Familie durchbringen wollen, und dafür weit entfernt arbeiten müssen. 

Der Band lässt ihrer Welt eine eigene Würde. Die Armut und die Härten des Lebens sind aus Sicht der Erzählers sicher nicht optimal – aber dennoch ist das ihre ganz normale Welt. "Sie haben Ziele und Wünsche und sie arbeiten daran. Aber niemand, den ich in Afrika getroffen habe, will nach Europa kommen. Diese Menschen haben andere Träume."

ROLAND BROCKMANN - REAL PEOPLE OF EAST AFRICA Text und Fotografie von Roland Brockmann.
18,00 Euro



Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo