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Art Basel in Miami Beach: Kunst, Käufer und Klimaanlagen

That's art? Diese Frage sollte man sich auf der Welt größten Kunstmesse in Miami Beach gar nicht erst stellen: Bevor man eine Antwort hat, ist erstens das meiste verkauft. Und zweitens kommt es darauf auch gar nicht an.

Von Gerhard Richter

Vom Podest seiner Holz-Sandalen herunter dirigiert Gerd Harry Lübke eine Leinwand zur freien Stellwand. "We put it on the wall for you" ruft er dem Sammler noch zu und wo eben noch David Schnell hing, leuchtet jetzt ein bunter Uwe Kowski. Der Käufer nickt, Lübke lässt das nächste Bild zu Markte tragen. Leidenschaftlicher verkauft wahrscheinlich keiner als der Leipziger "Eigen und Art"-Galerist Gerd Harry Lübke, auf keinem anderen Stand wirkt die Ware Kunst körperlicher, der Verkaufsvorgang lebendiger und hinterlässt das erfrischende Gefühl, einem Basar beizuwohnen. Da stört es auch nicht, dass ein Vertreter des Hauptsponsors der Messe - die Schweizer Bank UBS - dem Käufer beisteht. Schliesslich geht es hier auf der Art Basel Miami Beach nicht nur um Kunst, sondern auch um Geld. Und um das Gefühl dabei zu sein.

Gelbe Glühlampe im Schritt

In der "collectors lounge" lümmeln Privilegierte lässig auf großen weißen Sofas, der Teppich verschluckt jedes Geräusch. Ein luxuriöses Geflüster über die Party last night schwebt in der Luft wie teures Parfum. Wer es in diesen hellen hohen Raum geschafft hat, ist schon ziemlich drin. Allerdings auch umringt von Werbeständen. Seitdem Kunst in breiten amerikanischen Schichten zum Statussymbol geworden ist, kann man für ein paar hunderttausend Dollar angesehener Sammler sein und Mitglied einer attraktiven Zielgruppe. Wer gerade vier Quadratmeter reinblaue Leinwand für eine halbe Million Dollar gekauft hat oder einen Filz-Skulptur mit einer gelben Glühlampe im Schritt, der hat auch noch was übrig für Diamanten, eine Insel, einen Privatjet. Aber Kunst kann auch Spaß machen.

Eis mit Stil

Fünf schwül-heiße Florida-Dezembertage hat der Kunstmarkt geöffnet. Lange Schlangen bilden sich vor den Kassen, 44.000 Besucher wollen dieses Jahr sehen, was andere schon gekauft haben. Familien, Schulklassen, erstaunlich viele junge Menschen, die sich ernstlich für Kunst interessieren und geniessen. An Gerd Harry Lübkes Stellwänden werden die Bilder kleiner und günstiger, Lithografien von Neo Rauch beispielsweise. Trotzdem unerschwinglich für die meisten Wochenendbesucher.

Günstiger sind die Schoko-Weihnachtsmänner des US-Künstlers Paul Mc Carthy. Statt eines Tannenbaums hat Santa Claus ein Anal-Dildo in der Hand - hundert Dollar kostet das 395 Gramm Stück, das hüfthohe Modell kommt auf 6500 Dollar. Ganz ungebremst kann man im Shangart Supermarket seinen Besitzerdrang ausleben. Der chinesische Künstler XU Zhen hat einen originalen Laden aus Shanghai mitgebracht. In den Regalen, Kühltheken und Verkaufsständern findet man das übliche Sortiment an Waren des täglichen Bedarfs: Kondome, Kekse, Katzenfutter. Auch die Preisschilder sind echt, nur: Alle Packungen sind leer. Mehrmals täglich muss das Galerieteam die Regale nachfüllen, weil die Mogelpackungen tütenweise gekauft werden. Eine leere Schnapsflasche gibt's für zwei Dollar, ein Eis am Stil ohne Eis und Stil kostet ein paar Cent. Preiswerte Kunst, leicht und inhaltsfrei. They love it.

Leichtlauföl im Motor

Der schwache Dollarkurs und die Immobilienfinanzkrise haben den Kunstmarkt nicht ernstlich getrübt. Die Berliner Galerie "Contemporary Fine Arts" hat beispielsweise ein grosses Gemälde des schottischen Malers Peter Doig verkauft. "Kriket", das heißt Grashüpfer ist nicht nur schön, sondern auch ein in Öl geronnenes Argument, Kunst zu kaufen. Das Bild ist nicht älter als zehn Jahre und hat die Altbauwohnung eines Berliner Privatsammlers jahrelang mit seiner wunderbaren Sommerstimmung erhellt. 25.000 englische Pfund hat es einst gekostet, als Galeristin Nicole Hackert mit Doig-Gemälden noch hausieren gehen musste.

Mittlerweile steigern die Sammler auf Auktionen einen Doig auf mehrere Millionen hoch, damit steigt auch automatisch der Versicherungswert aller anderen Doigs, und das ist der Grund, warum der Berliner Sammler sich von seinem Bild trennen musste: Er konnte sich schlicht die gestiegene Versicherungssumme nicht mehr leisten. Stattdessen bringt ihm die Galeristin Nicole Hackert den Großteil des Verkaufserlöses von zwei Millionen Euro - als Trost für die nunmehr Doig-lose Wohnung. Solche Geschichten zirkulieren im Kunstmarkt wie Leichtlauföl im Motor.

Kunst isst

Das hat sie nun davon, die moderne Kunst: Frei und losgelöst, Sinn und Inhalt verweigernd ist sie zum Spielball des Lifestyle geworden. Alles kann zu Kunst werden und jeder. Glamour, Geld und Kunst verschmelzen unter der Sonne Floridas zu einer einmaligen Disziplin. Eine "inhaltliche Auseinandersetzung" finde kaum statt, beklagt Monika Sprüth von der Galerie "Sprüth Magers". Rangeleien und Gedränge gibt es nur, wenn ein Promi auftaucht. Iggy Pop spielt am Strand, Lou Reed zeigt seinen Film, Dennis Hopper war da. Paris Hilton blockiert eine Weile den Restaurantbetrieb im "Sultan", weil der Pulk der Fotografen unbedingt ablichten wollte, wie die erschreckend zierliche Blondine mit Sonnenbrille und Knasterfahrung in ihr Sandwich beißt. Könnte auch Kunst sein. Aber danach fragt eh keiner.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.