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Aus Angst vor Protesten: Frankreich versieht Kunstwerke mit Warntafeln

Kunst zwischen Zensur und Selbstzensur: Institutionen stellen Warntafeln vor umstrittener Kunst auf. Diese führt in Frankreich oft zu Protesten - ein Museum musste sogar wegen Bombenalarm schließen.

Ich bin keine Aktivistin. Meine Arbeit besteht darin zu zeigen, nicht zu verurteilen." Der Satz steht auf einer Texttafel am Eingang der Ausstellung "Foyer Fantôme" (etwa: Phantom-Haus) und stammt von der Fotografin Ahlam Shibli, der das Jeu de Paume derzeit eine Retrospektive widmet. Der Text, der mit der Überschrift "Avertissement", Warnung, beginnt, wurde angebracht, nachdem es zu heftigen Protesten gekommen war. Das Museum musste wegen Bombenalarms zeitweise schließen und der Direktorin wurde mit dem Tod gedroht.

Die Ende Mai eröffnete Retrospektive der palästinensischen Fotografin vereint sechs Serien, darunter auch die umstrittene Werkgruppe "Death": 68 Fotos palästinensischer Freischärler, die im Kampf gegen Israel ihr Leben gelassen haben. Shibli hat Plakate fotografiert, die in Nablus an den Stadtmauern hängen. Nablus ist die größte Stadt des Westjordanlands und zählt mehrere palästinensische Flüchtlingslager. Mit "Death" will die Fotografin zeigen, wie die toten Kämpfer im öffentlichen Raum und in der Erinnerung der Bevölkerung weiterleben.

Die Serie wurde bereits in anderen Museen gezeigt, zuletzt in Barcelona. Doch nur in Paris löste sie Proteste aus. In einem Brief an Frankreichs Kulturministerin Aurélie Filippetti beschuldigte der CRIF, der Rat jüdischer Institutionen Frankreichs, das Museum, den "Terrorismus zu verherrlichen". Der Rat kritisierte vor allem die Begleittexte, in denen die Künstlerin für die Kamikaze-Terroristen den Begriff Märtyrer benutzt.

"Die Zensur ist zurück"

Seitdem hängt am Eingang der Ausstellung die Warntafel, auf der die Fotografin erklärt, dass die gezeigten Schwarzweiß- und Farbaufnahmen weder Propaganda seien, noch der Verherrlichung des Terrorismus dienten. Dennoch gab es Drohungen gegen das Museum und die Direktorin. Ende Juni rief die Vereinigung "France-Israël" zu einer Demonstration vor der Einrichtung auf und forderte die Schließung der bis zum 1. September dauernden Ausstellung.

"Die Zensur ist wieder zurück" titelte Frankreichs Presse, denn erst im März wurde die Facebook-Seite des Jeu de Paume gesperrt. Das Museum hatte aus Anlass der Ausstellung "Laure Albin Guillot (1879-1962), l'enjeu classique" ein Schwarz-Weiß-Foto auf seine Seite gestellt. Darauf war eine liegende nackte Frau zu sehen, bei der lediglich das Geschlecht durch ein weißes Tuch verdeckt war. Laut Museum war die Seite von Facebook zunächst 24 Stunden lang gesperrt. Später wurde auf dem Foto die Brust mit einem Balken verdeckt.

Das Verbot von Nacktfotos gehört zu den Richtlinien des US-Internetriesen. "Nicht zwischen einem Kunstwerk und einem Bild mit pornografischem Charakter zu unterscheiden, ist eine nicht nur zweifelhafte, sondern vor allem gefährliche Vermischung", reagierte damals das Museum.

Kulturfestival abgebrochen

Im Herbst 2012 hatte das Pariser Institut der arabischen Welt (IMA) eine Videoinstallation des marokkanischen Künstlers Mounir Fatmi zurückgezogen. Der Film zeigte den Schriftsteller Salman Rushdie schlafend mit einer tickenden Uhr im Hintergrund. Der Künstler wollte damit gegen das Schweigen der arabischen Intellektuellen nach der Fatwa gegen den britisch-indischen Autor protestieren, auf dessen Kopf der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini 1989 eine Million Dollar ausgesetzt hatte.

Mittlerweile wurde die Prämie auf 3,3 Millionen Dollar erhöht. Wie der Künstler damals in der Presse erklärte, sei das Klima nach dem anti-islamischen Film "Unschuld der Muslime" der Grund für die Selbstzensur des Instituts gewesen.

Nur eine Woche zuvor musste Fatmi auf dem Kulturfestival "Le Printemps de Septembre" in der südfranzösischen Stadt Toulouse seine Installation "Technologica" auf Druck der muslimischen Gemeinde abbrechen. Wegen eines Technikproblems wurden die Koranverse nicht auf eine Fassade projiziert, sondern auf den Boden. Eine Passantin lief aus Versehen darüber. "Was mich am meisten verunsichert ist, dass das in Frankreich passiert und nicht im Maghreb oder in Saudi-Arabien", kommentierte der Künstler die Vorfälle.

ds/Sabine Glaubitz, DPA / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(