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Theaterposse um Chris Dercon: Der Kerl, den in Berlin keiner haben wollte

Wütende Briefe, böse Beschimpfungen - die Berliner Theaterwelt zeigt sich von ihrer schlechtesten Seite. Nutzt aber nichts: Chris Dercon wird Intendant der Volksbühne. Und das kann richtig gut werden.

Von Anja Lösel

Der Berliner Bürgermeister Michael Müller gemeinsam mit dem belgischen Kulturmanager Chris Dercon und dem Kulturstaatssekretär Tim Renner (v.l.). Dercon, der Londoner Tate-Modern-Direktor, wird im Jahr 2017 Frank Castorf als Intendant der Berliner Volksbühne ablösen

Der Berliner Bürgermeister Michael Müller gemeinsam mit dem belgischen Kulturmanager Chris Dercon und dem Kulturstaatssekretär Tim Renner (v.l.). Dercon, der Londoner Tate-Modern-Direktor, wird im Jahr 2017 Frank Castorf als Intendant der Berliner Volksbühne ablösen

Da ist er also. Der Kerl, den in Berlin keiner haben wollte. Den alle schon beschimpften, bevor er sich überhaupt in der Stadt vorstellen konnte. Dem sie fiese Event-Kultur und seichtes Niveau vorwarfen. Chris Dercon, 56, Belgier, noch Direktor der Tate Modern in London, bald Intendant der Berliner Volksbühne. Cool sitzt er da im Roten Rathaus neben Berlins stocksteifem Bürgermeister Michael Müller. Das schwarze Hemd weit offen, Jeans, Sneakers, weiße Mähne, Bart nach Seemansart. So lässig und weltläufig ist Dercon, wie die Stadt Berlin gern sein möchte und in ihren allerbesten Momenten auch ist. Sogar Deutsch kann er perfekt. Warum nur wollten die ihn alle nicht? Angst vor Veränderung?

Dercon erlebte einen "Theaterdonner"

Was hatte Berlin gemault und gewütet. Ein Museumsmann als Theaterdirektor! Kann der das? Wollen wir den? Was soll das überhaupt? Chris Dercon wunderte sich sehr, was da in den vergangenen Wochen alles über ihm hereingebrochen war: "Ein Theaterdonner und danach noch einer und wieder einer - das war wie in Bayreuth." Mit Claus Peymann, 77, hatte alles angefangen. Der wortgewaltige Theatermann brüllte in einem offenen Brief an Berlins Bürgermeister seine Wut auf die Berliner Politik heraus, besonders auf Kulturstaatssekretär Tim Renner. Ein komplette Fehlbesetzung sei der, "ein leeres, nettes weißes Hemd". Und: "Die Umwelt wird nicht nur durch Atomkraftwerke zerstört, sondern auch durch Leute wie Renner, die kulturellen Mist produzieren."

Flugzeug-Hangar für Tanz und Performance

Der Mistkerl, um den es geht, sitzt nun also da und erzählt, was er so plant für diese Stadt, die er toll findet, in die er bald umziehen wird, in der er schon Freunde hat wie den Architekten David Chipperfield, den Dirigenten Simon Rattle und ja, auch den Noch-Volksbühnenchef Frank Castorf.

Er schwärmt von der Volksbühne, die immer auch die Stadt als Bühne nutzte und einbezog. Vom wunderbaren Rosa-Luxemburg-Platz mit dem Theater, dem Kino Babylon, den Häusern aus den Zwanziger Jahren, dem Büro der Partei Die Linke. Sowas gibt's in London nicht. Und dann dieses riesige Tempelhofer Feld! Einen 3500 Quadratmeter großen Flugzeug-Hangar will er dort für Tanz und Performance nutzen. Choreographen, Musiker, Regisseure einladen wie den Filmemacher Romuald Karmakar, den Tänzer Boris Charmatz, den Autor Alexander Kluge.

Zu viel Event-Kultur? Ach, die gab es doch an der Volksbühne schon immer. Sind Kartoffelsalat-Schlachten, Hitlergruß-Performances und exzentrisch-pompöse Vier-Stunden-Inszenierungen etwa keine Events?

Theater als große Freiheit?

Berlin sollte sich freuen auf Chris Dercon. Er wird hier einiges durcheinander wirbeln, aber bestimmt nichts zerstören. "Mich interessiert, wohin das Theater im 21. Jahrhundert gehen kann: Sehr weit!" sagt er. So weit, dass junge Regisseure Kurzfilme nur für youtube drehen sollten, um das Theater in die digitale Welt tragen. Solche Träume und Ideen hat er. Dafür will er die Tate Modern verlassen, dieses Museum der Spitzenklasse. Ist er vielleicht ein wenig gelangweilt und genervt vom Kunstbetrieb? Nun ja: "Die Kunst ist viel mehr durchökonomisiert als das Theater", sagt Dercon. Theater als große Freiheit also? "Ich will mitmischen, herausfinden, wie die Kultur der Zukunft arbeitet." . Eins steht schon mal fest: ab 2017 wird es aufregend - für Chris Dercon - und für Berlin.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.