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Gefaltetes Google-Doodle Origami-Künstler Yoshizawa schuf Welten aus Papier


Wo andere nur ein schnödes Blatt Papier sahen, fing Akira Yoshizawas Fantasie an zu sprießen. Der Orgiami-Künstler erschuf ganze Welten aus dem Material. Google ehrt den Meister der Faltkunst zu seinem 101. Geburtstag mit einem Doodle.
Von Katrin Verschaffel

Mit seinen Händen schuf er Welten aus Papier: Akira Yoshizawa ist einer der berühmtesten Origami-Meister der Welt und schaffte es, aus dem japanischen Brauchtum eine Kunstform zu entwickeln. Google widmet dem Künstler ein buntes Doodle und greift eine seiner bekanntesten Faltfiguren auf: den Schmetterling.

Normalerweise wird Papier beschrieben und bedruckt. Akira Yoshizawa faltete aus dem Material ganze Gorillafamilien, schuf kleine Elefantenherden und Krabben mit spitzen Papierzangen. Seine plastischen und aufwendigen Figuren begeistern noch immer Menschen rund um den Globus und finden viele Nachahmer. Nicht umsonst gilt Yoshizawa als Begründer des modernen Origami.

Über 50.000 Modelle schuf der Japaner, der am 14. März 1911 in Kaminokawa in Japan geboren wurde. Im Alter von 94 Jahren, am 14. März 2005, verstarb Yoshizawa an den Folgen einer Lungenentzündung und nahm einige Origami-Geheimnisse mit ins Grab. Zwar gibt es mehrere Bücher mit hunderten Yoshizawa-Faltanleitungen, doch für zehntausende zwei- und dreidimensionale Objekte, die der Künstler im Laufe seines Lebens schuf, gibt es keine Erklärungen.

Origami-Meister lebte in Armut

Der gelernte Schmied begann mit 13 Jahren in einer Fabrik in Tokio zu arbeiten. Schließlich wurde Yoshizawa in den 1930ern zum Technischen Zeichner befördert und begann, seine Lehrlinge mittels Origami zu unterrichten. Bald kündigte der Japaner, um sein Leben dem Origami zu widmen. Er suchte sich tierische Vorbilder, faltete Papier um Papier und bastelte sie nach. Klebstoff und Schere sind unter Origmaikünstlern übrigens verpönt. Damit die Figuren trotzdem halten, entwickelte Yoshizawa verschiedene Techniken. Unter anderem erfand er das Nassfalten, das als Innovation in der Origamikunst angesehen wird. Er feuchtete das Papier an, um so runde und plastische Formen entstehen zu lassen.

Trotz seines Könnens lebte Yoshizawa fast 20 Jahre lang in großer Armut und konnte nur überleben, da er Tsukudani, eine japanische Speise, die aus Meeresfrüchten, Fleisch oder Algen besteht und in Sojasauce gekocht wird, verkaufte. Erst als er 1951 im japanischen Magazin "Asahi Graph" vorgestellt wurde und 1954 sein erstes Buch "Atarashii Origami Geijutsu" ("Neue Origamikunst") veröffentlichte, stieg sein Bekanntheitsgrad.

Um möglichst detaillierte Faltanleitungen geben zu können, entwickelte Yoshizawa ein Diagramm-System. Einzelne Faltschritte werden mit Hilfe von Pfeilen und Linien als Diagramme dargestellt. So können auch komplexe Modelle abgebildet werden. Heute erschaffen Falter aus der ganzen Welt Origamikunst nach diesem System.

Katrin Verschaffel

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