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Installation in Salzburg: Schlingensiefs "Hodenpark"

Gerade hat der Allround-Künstler Christoph Schlingensief für sein Projekt "Kaprow City" Jenny Elvers als Lady Di verpflichtet. Bis Anfang Oktober ist im Salzburger Museum der Moderne seine Installation "chickenballs. der hodenpark" zu sehen.

In einer Installation mit dem Titel "chickenballs. der hodenpark" im Museum der Moderne Salzburg nimmt der Theater- und Filmemacher Christoph Schlingensief den Mozartrummel in der Festspielstadt aufs Korn. Schlingensief versammelt auf einer Drehbühne Versatzstücke aus seiner Bayreuther Parsifal-Inszenierung, Fotografien und Videoprojektionen und persifliert auf vielfältige Weise die Festspiele und die Feiern zum Mozartjahr.

So spielt der Titel auf die Doppeldeutung der englischen Übersetzung von Mozartkugel als Mozarts Balls in der Bedeutung von Hoden an, die in Fotografien und Anspielen einen Großteil der Installation ausmachen. "Das ist keine Provokation, das ist der Inbegriff der Lust, und dazu hören Sie noch die Götterdämmerung - was wollen Sie mehr", fragte Schlingensief das Publikum bei der Eröffnung am Samstag. Die Installation ist Teil der Ausstellung "kunst auf der bühne. les grands spectacles", in der das Museum der Moderne Salzburg Arbeiten bildender Künstler für das Theater präsentiert.

Schlingensief fertigte seine Installation in der ersten Woche nach der Eröffnung an und ironisiert dabei die ausgestellten Arbeiten. So persifliert er mit dem in einem Spind zu sehenden Videoschnipsel "Manopsychotisches Ballett", Oskar Schlemmers "Triadisches Ballett" oder gibt ein buntes Aquarell als Werk Oskar Kokoschkas aus. Die Schau und die Installation sind bis zum 8. Oktober zu sehen.

DPA / DPA
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