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Rodin-Ausstellung: Bildhauer als Kunstrevolutionär

Mit seinem Schaffen hatte er die Skulptur radikal erneuert: Auguste Rodin. Unter dem Titel "Vor 100 Jahren - Rodin in Deutschland" zeigt die Staatliche Kunstsammlung Dresden rund 70 seiner Hauptwerke, Entwürfe und Studien.

Eine Ausstellung in Dresden präsentiert den Bildhauer Auguste Rodin (1840-1917) von Samstag an als Erneuerer der Skulptur. Unter dem Titel "Vor 100 Jahren - Rodin in Deutschland" sind rund 70 Hauptwerke, Entwürfe und Studien zu sehen, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit. Dazu gehören eine Gipsfassung des berühmten "Denkers" und Büsten von Victor Hugo und Gustav Mahler. Der Großteil stammt aus dem Pariser Musée Rodin. Außerdem ist das Bucerius Kunst Forum Hamburg beteiligt. Die Ausstellung ist bis zum 13. August geöffnet.

Der französische Künstler hatte um das Jahr 1900 international den Durchbruch geschafft. Damals gab es in vielen deutschen Städten Rodin-Ausstellungen. Darauf bezieht sich auch der Titel der Dresdner Schau. Sie rückt Rodin als Revolutionär der Plastik ins Zentrum. Denn mit seinem Schaffen hatte er die Skulptur radikal erneuert. "Fragmentarische Figuren und unterschiedliche Stadien von Entwürfen werden in seinem Verständnis zu vollendeten Arbeiten, der Torso wird zum autonomen Kunstwerk", heißt es in einem Ausstellungstext.

Umfangreiches Rahmenprogramm

Die in Dresden gezeigten Skulpturen werden von 20 Aquarellen und Zeichnungen Rodins sowie 50 Arbeiten seines Lieblingsfotografen Eugène Druet ergänzt. Von Edvard Munch stammt das Gemälde "Der Denker im Garten des Dr. Linde in Lübeck". Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen und praktischen Kursen für die Bildhauerkunst.

Mit 17 Skulpturen besitzt die Dresdner Sammlung deutschlandweit den größten Rodin-Bestand. Die Büste "Mann mit gebrochener Nase" kam 1884 als erstes Werk Rodins in ein deutsches Museum. Der Meister selbst weilte 1905 in der Elbestadt, um die von ihm verehrte Helene von Nostitz (1878-1944), eine Nichte des späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, zu besuchen. Nostitz war Schriftstellein und richtete einen literarischen Salon aus.

DPA / DPA