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Yves Saint Laurent: Chinese verursacht Auktions-Skandal

In China sieht man sie als Beutekunst, und da passte es gut, dass die zwei Bronzetierköpfe aus der Sammlung des verstorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent von einem Chinesen ersteigert wurden. Das Problem: Der Mann kann sie nicht bezahlen.

Ein chinesischer Bieter hat zwei umstrittene Bronzefiguren aus der Sammlung des Modeschöpfers Yves Saint Laurent, die China als Beutekunst zurückfordert, ersteigert und verweigert jetzt die Zahlung. Fünf Tage nach der spektakulären Auktion in Paris enthüllte Cai Mingchao am Montag in Peking, als potenzieller Käufer für 31 Millionen Euro den Zuschlag für die Kunstschätze erhalten zu haben. "Ich möchte hervorheben, dass dieses Geld nicht bezahlt werden kann", zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die beiden Tierköpfe waren vor 150 Jahren bei der Plünderung des Sommerpalastes in Peking durch französische und britische Truppen verloren gegangen. Jeder Chinese hätte die Bronzefiguren ersteigern wollen, sagte Cai Mingchao, ein Berater des chinesischen Fonds für Nationalschätze, der sich um die Rückkehr von Beutekunst nach China bemüht. "Ich fühle mich geehrt, die Chance gehabt zu haben", sagte Cai Mingchao. "Ich habe das im Namen des chinesischen Volkes getan."

Der Vizedirektor des Fonds, Niu Xianfeng, argumentierte: "Das ist eine außergewöhnliche Maßnahme, die in einer außergewöhnlichen Situation ergriffen wurde und erfolgreich die Auktion verhindert hat." Seine Organisation sei viele Risiken eingegangen. Der Fonds wurde 2002 unter dem Dach einer Kulturstiftung gegründet, die beim chinesischen Kulturministerium registriert ist. Chinas Regierung hatte die Auktion durch Christie’s wiederholt scharf kritisiert und die Rückgabe der beiden Tierköpfe gefordert. Ursprünglich war als erzielter Kaufpreis jeweils 14 Millionen Euro genannt worden.

Die chinesische Regierung betonte, nichts mit der Aktion zu tun zu haben. Ein Sprecher der staatlichen Verwaltung von Kulturgütern sagte der Deutschen Presse-Agentur (DPA) in Peking: "Diese Aktion hat nichts mit der Regierung zu tun." Die Behörde habe auch erst am Montag erfahren, dass Cai Mingchao die Figuren ersteigert habe. Der Sprecher betonte, dass China über die rechtmäßige Rückgabe der Kunstschätze sprechen wolle. "Wir können darüber verhandeln."

DPA / DPA