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"Live 8": Das größte Musikereignis der Geschichte

Die weltumspannenden Live-8-Konzerte in acht Städten auf vier Kontinenten sind zu Ende. Die internationale Pop- und Rockelite wollte ein Zeichen gegen Armut und Elend setzen. Nicht Spenden waren das Ziel, sondern politischer Druck auf acht Männer: die Regierungschefs der G8.

In London und der US-Metropole Philadelphia ist das größte Musikereignis der Geschichte am frühen Sonntagmorgen mitteleuropäischer Sommerzeit zu Ende gegangen. Musiker wie Paul McCartney, Bono, Elton John, Jon Bon Jovi, Madonna und Robbie Williams appellierten an die Staats- und Regierungschefs des bevorstehenden G8-Gipfels in Schottland, mehr für die Ärmsten der Armen zu tun.

Die 8 steht für die 8 G8-Führer

Beim deutschen Live-8-Konzert in Berlin drängten sich mehr als 200.000 Menschen. Im Londoner Hyde Park demonstrierten eben so viele Fans ihre Solidarität. Das weltweit größte Live-8-Event eröffnete Hollywoodstar Will Smith in der US-Metropole Philadelphia vor rund einer Million Fans.

In einer Anzeige in der britischen Zeitung "The Times" hatten die beteiligten Musiker geschrieben: "Die 8 von Live 8 sind nicht etwa 8 Musiker oder Bands, sondern Sie - die 8 G8-Führer." UN-Generalsekretär Kofi Annan dankte in London allen engagierten Musikern: "Ich glaube, dass Ereignisse wie diese wirklich dazu beitragen können, die Welt zu verändern", sagte er. Zum Abschluss des Konzertes in Johannesburg in Südafrika appellierte Ex-Präsident Nelson Mandela an die Industrienationen, keine leeren Versprechungen zu machen: "Sie haben die historische Gelegenheit, das Tor zur Hoffnung aufzustoßen."

Der irische Musiker, Sir Bob Geldof, der auch schon das legendäre Live-Aid-Konzert vor 20 Jahren organisiert hatte, bedankte sich bei den Zuschauern: "Wenn keiner gekommen wäre, sähen wir jetzt ganz schön alt aus." In der schottischen Hauptstadt Edinburgh, wo sich die Regierungschefs der G8-Länder in der kommenden Woche treffen, demonstrierten am Samstag 120.000 Menschen für die Bekämpfung der Armut. In einer vom schottischen Kardinal Keith O'Brian verlesenen Botschaft forderte Papst Benedikt XVI.: "Die Völker der reichen Länder müssen dazu bereit sein, die Bürde des Schuldenerlasses der armen Länder auf sich zu nehmen."

"Man muss sie schubsen, schubsen, schubsen"

In Berlin hatten Die Toten Hosen mit Campino den Musikmarathon vor dem Brandenburger Tor eröffnet. Dabei waren mehr als 20 Bands und Künstler wie Green Day, BAP, Die Söhne Mannheims, Wir sind Helden, Juli, "Beach Boy" Brian Wilson und Herbert Grönemeyer. "Man sieht, dass die Mächtigen dieser Welt dabei sind, leicht einzuknicken. Aber man muss sie schubsen, schubsen, schubsen", sagte Campino.

Das erste Live-8-Konzert hatte am Morgen bei Tokio begonnen - dort jubelten die Fans der isländischen Sängerin Björk zu. In Johannesburg sangen vor 40.000 Menschen überwiegend südafrikanische Musiker. Mehr als 200.000 Fans tanzten in Rom bei sommerlicher Hitze zu Zucchero und Duran Duran. Im französischen Versailles traten der aus dem Kongo stammende Rapper Passi und Shakira auf. In Barrie in Kanada eröffnete der einheimische Sänger Tom Cochrane das Konzert, für das 35.000 Tickets verteilt worden waren. In Moskau kamen rund 20.000 Fans auf den Roten Platz, unter anderem zu den Pet Shop Boys.

DPA