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Eurovision Song Contest: ARD-Beirat kritisiert Lena

Die Begeisterung für die Eurovisionssiegerin Lena Meyer-Landrut soll bei den Verantwortlichen der ARD deutlich nachgelassen haben. Auslöser soll ein Auftritt der 19-Jährigen beim Deutschen Fernsehpreis gewesen sein.

Als im vergangenen Oktober im Kölner Coloneum der Deutsche Fernsehpreis verliehen wurde, gab's für die ARD eigentlich viel Grund zum Jubeln. Sieben Preise heimste der Senderverbund ein, darunter zwei für Stefan Raab und seinen Eurovisions-Vorentscheid "Unser Star für Oslo", der in einer Kooperation zwischen dem Ersten und ProSieben entstanden war. Gut gelaunt nahm der Entertainer seinen Preis entgegen, seine Entdeckung und Stargast Lena Meyer-Landrut plauderte wie immer unbekümmert und in typischer Lena-Manier daher. Ein Auftritt, der dem ARD-Beirat offenbar zu denken gab.

Im Programmbeirat für das Erste soll es nach der Verleihung heftige Kritik an der 19-Jährigen gegeben haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neusten Ausgabe. Es sei "deutlich geworden, dass die Sängerin mittlerweile ihre Unbefangenheit verloren" habe, heißt es demnach in einem Sitzungsprotokoll, das dem Magazin vorliegt. Sie "spiele nur noch eine Rolle", wurde Lena vorgeworfen.

Herres bleibt "Lenastheniker"

Die Kritik an der Vorjahressiegerin, die 2011 beim Eurovision Song Contest erneut für Deutschland an den Start gehen wird, teilen aber nicht alle ARD-Chefs. Programmdirektor Volker Herres sagt, er bleibe "Lenastheniker". Auch NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber bereut die erneute Teilnahme Lenas nicht. "Ich hätte es keinem anderen jungen Kandidaten zumuten wollen, sich dem Votum der Zuschauer und besonders der Medien zu stellen und vielleicht ein Leben lang im Vergleich zu Lena als Verlierer dazustehen", sagte er.

Stefan Raab hält weiterhin zu seinem Schützling und findet die Idee der Titelverteidigung nach wie vor richtig. "Eine sehr gute Entscheidung, absolut, wie ich finde", sagte der Entertainer. Eine Titelverteidigerin mache den Song Contest doch viel interessanter: "Da waren bisher 43 Leute, die kein Mensch kannte, und jetzt gibt es sozusagen einen Gejagten, einen FC Bayern."

Am Montagabend beginnt mit "Unser Song für Deutschland" der nationale Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. In insgesamt drei Shows (am 31. Januar und 7. Februar auf ProSieben, am 18. Februar in der ARD) tritt Lena mit zwölf unterschiedlichen Songs an, um das Lied für Düsseldorf zu ermitteln. Die Entscheidung darüber werden die Zuschauer per Telefonabstimmung treffen. Wie bereits vorab bekannt wurde, stammen zwei der Songs von Lena und Stefan Raab, die anderen Komponisten sind noch geheim.

mai