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Euvovision Song Contest: Misstöne vor dem Grand-Prix-Vorentscheid

Noch bevor die erste Note erklungen ist, sind beim Sängerwettstreit schon Dissonanzen entstanden: Udo Lindenberg ging auf Ralph Siegel los, und Udo Jürgens findet gleich den ganzen Wettbewerb daneben.

Vor dem Vorentscheid für den Eurovision Song Contest fliegen bereits mächtig die Fetzen: Udo Lindenberg beschimpfte den Mitbewerber Ralph Siegel, und Udo Jürgens äußerte sich pessimistisch: Alle Versuche, den Vorentscheid zu modernisieren, seien bislang nicht geglückt. Jürgens regte an, dass Stefan Raab den Wettbewerb um das Grand-Prix-Lied veranstalten sollte.

"Mit Raab als Veranstalter des Vorentscheids ließe er sich vielleicht wiederbeleben", schlug er in der "Welt am Sonntag" vor und lobte dessen Gegenveranstaltung, den Bundesvision Song Contest. Der Vorentscheid am kommenden Samstag in Berlin bietet dagegen nach Ansicht von Jürgens wenig Anlass zur Hoffnung. Ihn stört vor allem, dass zu viel auf Show und zu wenig auf Qualität geachtet werde. "Dieses Po-Gewackle und Busen-Geschleudere ist vielleicht hübsch anzusehen. Aber große Songs brauchen das nicht", sagte Jürgens.

Böse Attacken auf Ralph Siegel

Udo Lindenberg, der das Lied von Ellen ten Damme geschrieben hat, schimpfte laut "Bild"-Zeitung nach der Enthüllung, dass Ralph Siegel unter einem Pseudonym mit dem Song "A Miracle Of Love" in den Wettbewerb gegangen ist: "Hätte ich gewusst, dass der mit seinem Schlager-Scheiß dabei ist, wäre ich gar nicht angetreten." Lindenberg sagte weiter: "Die ARD hat mir versichert, dass wir einen musikalischen Wettbewerb mit Niveau starten und nicht wieder so eine müllige Schlagerveranstaltung wie in den letzten Jahren."

Über Siegel selbst sagte der 58-Jährige "Panikrocker": "Ich kann mit seiner Musik nicht viel anfangen. Für den Auftritt seines Duos habe ich mir Ohropax besorgt - und Taschentücher, weil mir bestimmt zum Heulen sein wird."

Siegel bleibt locker

Siegel, der in den vergangenen Jahren ähnlichen Spott von Raab und Dieter Bohlen zu hören bekam, blieb laut "Bild"-Zeitung cool: "Ich schätze mal, Udo hat unser Lied noch gar nicht gehört, sonst würde er solche Sätze nicht von sich geben." Er fügte hinzu: "Mir hat Udo jedenfalls versichert, dass er immer für musikalische Vielfalt ist. Vielleicht beruhen seine Äußerungen ja auf einer Kurz-Emotion."

Dagegen schlug der Sänger Marco Matias vom Duo Under One Flag zurück. "Was bildet sich der Lindenberg eigentlich ein?", zitierte das Blatt den 29-Jährigen. "Die alte Schnapsnase hat sich wahrscheinlich das Gehirn weggesoffen. Er kann Ralph Siegel musikalisch nicht das Wasser reichen." Matias fügte hinzu: "Die Welt wäre sehr langweilig, wenn sie sich nur um Udo Lindenberg drehen würde." Seine Partnerin Nicole Süßmilch sagte: "Über Udos Äußerungen kann ich nur den Kopf schütteln. Wir werden ja sehen, wer beim Grand Prix am Ende die Nase vorn hat."

Siegel hatte den Song "A Miracle of Love" unter dem Künstlernamen Mario Matias bei der Plattenfirma BMG eingereicht. "Ich wollte, dass das Lied neutral beurteilt wird", hatte er nach der Enthüllung erklärt. "Wenn mein Name im Spiel war, hieß es doch: Was will der alte Schlagerfuzzi? Das hatten meine Künstler nicht verdient." Nicole Süßmilch war 2002 beim RTL-Wettbewerb "Deutschland sucht den Superstar") unter die letzten zehn gekommen. Marco Matias schaffte es in den ZDF-Wettbewerb "Die deutsche Stimme 2003".

Beim Vorentscheid "Germany 12 Points!" am nächsten Samstag wird in Berlin der deutsche Beitrag für den 50. Eurovision Song Contest am 21. Mai in Kiew ermittelt.

AP / AP