Grand-Prix-Vorentscheid Vicky Leandros gilt als Favoritin


Wegen ihrer zwei Siege beim Grand Prix gilt Vicky Leandros als Favoritin beim Grand-Prix-Vorentscheid, der heute Abend in der ARD übertragen wird. Der Zuschauer hat per Telefon die Wahl zwischen drei Kandidaten.

Deutschlands Grand-Prix-Fans haben heute die Wahl: Bei der Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest treten am Abend im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg Vicky Leandros, Thomas Anders und Olli Dittrichs Band Texas Lightning an. Der Gewinner wird Deutschland im internationalen Finale am 20. Mai in Athen vertreten. Die ARD überträgt die Gala, in der die Kandidaten jeweils zwei Beiträge präsentieren, live ab 20.15 Uhr. Den Sieger küren die TV-Zuschauer per Ted.

Als Favoritin gilt Vicky Leandros. Dabei zählen vor allem ihre zwei Grand-Prix-Erfolge: 1967 kam sie in Wien mit "L'amour est bleu" für Luxemburg zwar nur auf den vierten Platz, landete aber mit dem Song einen Welthit. 1972 holte sie mit "Après toi" den Grand-Prix-Sieg für Luxemburg. Außerdem beeindruckt sie mit durchschlagendem und gefühlvollem Live-Gesang und könnte am 20. Mai in Athen zwölf Punkte aus Griechenland für Deutschland bekommen. Vom großen Ansehen der auf Korfu geborenen und in Hamburg aufgewachsenen Sängerin - sie heißt eigentlich Vassiliky Papathanassiou - zeugt die Auszeichnung mit dem Xenios-Zeus-Preis 2003.

"Singen ist meine Leidenschaft

Trotz ihrer unbestrittenen Qualitäten hat sich Vicky Leandros jetzt auch Kritik anhören müssen. Dieter Bohlen sagte am Dienstagabend bei Johannes B. Kerner im ZDF, sie habe zwar die profilierteste Live-Stimme, aber im internationalen Vergleich hätten alle drei Titel keine Chance. Nachdem der Grand Prix in Deutschland von etablierten und erfolgreichen Sänger lange gemieden wurde, ist Vicky Leandros ein gewisses Risiko für ihr Image eingegangen. Da passt es gut für sie, dass sie gerade bei ihrer Tournee in ausverkauften Sälen von ihren Fans gefeiert wird. Auf der Konzertbühne ist die Sängerin in ihrem Element.

Durchschlagernder Erfolg mit "Theo, wir fahr'n nach Lodz"

Schon mit 13 Jahren überredete sie ihren Vater Leo Leandros, der erfolgreich als Komponist, Sänger und Künstlermanager war, mit ihr eine Platte aufzunehmen. Dass "Messer, Gabel, Schere, Licht" ein Hit wurde, bestätigte sie. Die ganz große Karriere stellte sich dann schon mit dem Grand-Prix-Song "L'amour est bleu" ein. 1974 folgte ihr durchschlagender Erfolg mit dem von Mikis Theodorakis komponierten Titel "Ich hab’ die Liebe geseh’n" und danach mit dem Gassenhauer "Theo, wir fahr’n nach Lodz". Jahrelang war sie auch international erfolgreich. Aus familiären Gründen zog sie sich immer wieder von der Konzertbühne zurück. Im März 2005 wurde die Trennung von Ehemann Enno von Ruffin nach fast 20-jähriger Ehe bekannt. Vicky Leandros zog sich nicht lange zurück, sondern bereitete ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum und die große Deutschland-Tournee vor.

DPA/AP AP DPA

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