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Lena Meyer-Landrut: Droht dem Fräuleinwunder der Karriereknick?

Sie war der Star dieses Frühjahrs: Mit ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest verzauberte Lena Meyer-Landrut ganz Europa und stürmte in sieben Ländern an die Spitze der Charts. Doch die zweite Single will nicht recht zünden, und auch der Kartenverkauf für ihre Tour läuft schleppend. Geht Lena schon die Luft aus?

In dem Video zu ihrer neuen Single "Touch A New Day" springt Lena Meyer-Landrut voll bekleidet in einen See. Möglicherweise steckt in diesem Bild mehr Symbolgehalt, als von der Künstlerin beabsichtigt: Manche Medien versuchen jedenfalls dieser Tage den Eindruck zu erwecken, Lena gehe gerade mit ihrer Karriere baden. Der Grund dafür sind zwei Beobachtungen: Lenas neue Single zünde nicht recht, und auch der Kartenverkauf für ihre Tournee 2011 laufe schleppend an. Handelt es sich hierbei um bösartige Unterstellungen - oder ist tatsächlich etwas Wahres dran?

In der Tat befindet sich die CD-Single wenige Tage vor der Veröffentlichung bei dem Online-Händler Amazon nur auf Verkaufsrang 329, was soviel heißt wie: Es liegen nicht viele Bestellungen vor. Ein ähnliches Bild bei den Amazon-Download-Charts: "Touch a new day" rangiert dort nur auf Platz 47 - Tendenz fallend. Zum Vergleich: "Satellite" steht immer noch auf dem 23. Platz - obwohl der Song schon seit 141 Tagen in den Charts ist.

"Belanglos, fast schlagerhaft"

Unter den Usern wird Lenas Single bei Amazon erstaunlich kontrovers diskutiert. Während er für einige zu den besten Titeln des Albums zählt, mäkeln andere, der Song sei "belanglos, fast schlagerhaft". "Die Nummer plätschert so vor sich hin, ohne einen Höhepunkt", schreibt ein anderer. Für den User Marc S. drängt sich gar der Verdacht auf, Lena sei das typische Beispiel eines One-Hit-Wonders. Geht Lena mit der zweiten regulären Single-Auskopplung schon die Luft aus?

Die Plattenfirma Universal Music widerspricht dieser Deutung. Dort verweist man darauf, dass die Single erst am 6. August offiziell veröffentlicht wird, am heutigen Mittwoch stellt Lena Meyer-Landrut den Song in Köln vor. Konkrete Aussagen über den Verkauf könnten erst getroffen werden, wenn die Charts vorliegen - das wäre eine Woche später.

Doch schon jetzt lässt sich voraussagen, dass die neue Single bei weitem nicht den Erfolg haben wird wie ihr Vorgänger "Satellite". Die Single war blitzartig auf Platz eins der deutschen Single-Charts geschossen, nach dem Erfolg beim Eurovision Song Contest in Oslo eroberte er zudem den Spitzenplatz in Norwegen, Schweden, Finnland, Georgien, Dänemark und der Schweiz.

Schwerwiegender ist dagegen die Beobachtung, dass der Kartenverkauf für die große Tournee 2011 noch nicht richtig läuft. Auf Lenas Homepage heißt es, sie gastiere "in den größten Hallen der Nation". Und tatsächlich - die 19-Jährige hat sich für ihre "Lena live Tour 2011" ausschließlich Riesenarenen vorgenommen: die O2-World in Berlin, die Tui-Arena in Hannover, die Lanxess-Arena in Köln, die O2-World in Hamburg. Spielstätten, die normalerweise von Weltstars gefüllt werden. U2, Peter Gabriel, Sting. In dieser Liga möchte Lena nun mitspielen - und hat sich dabei offenbar übernommen. Medienberichten zufolge läuft der Kartenverkauf für ihre Tournee alles andere als zufriedenstellend - und das, obwohl der Vorverkauf seit dem 3. Juli läuft. Der Konzertveranstalter Eventim bestätigte, dass die Tickets bislang noch keinen reißenden Absatz gefunden hätten: "Den Vorverkauf könnte man als schleppend bezeichnen", hieß es auf Anfrage von stern.de.

Die Tournee startet aber erst im April 2011 - kann man da tatsächlich schon Vorhersagen treffen, dass die Hallen leer bleiben werden? In der Branche will man sich dazu nur hinter vorgehaltener Hand äußern. Bei gefragten Künstlern gingen die Tickets innerhalb kürzester Zeit weg, heißt es bei einem Konzertveranstalter, der nicht genannt werden möchte. Es sei ungewöhnlich, dass die Karten schon seit einem Monat im Verkauf seien, ohne dass die Tour richtig beworben würde. Es ist also nicht auszuschließen, dass die große PR-Aktion erst noch startet. Die Kölner Firma Brainpool, die Lenas Tour betreut, war trotz mehrmaliger Anfrage für keine Stellungnahme bereit.

Selbst wenn aus der großen Musikkarriere nichts werden sollte: Für Lena Meyer-Landrut dürfte es Schlimmeres geben. Sie hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie gerne schauspielern würde. Erst unlängst hat sie in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" verraten, dass es immer ihr Traum war, nach dem Abitur an der Ernst-Busch-Schule in Berlin Schauspiel zu studieren. In einen Kinofilm hat sie es sogar schon geschafft: In dem Animationsfilm "Sammys Abenteuer", der am 28. Oktober in den Kinos startet, spricht sie an der Seite von Matthias Schweighöfer die Rolle des kleinen Schildkröten-Mädchens Schelly.