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Grammy-Verleihung: Busen bis zum Bauchnabel

Madonna gab sich züchtigend und zeigte ihren fast nackten Po im knappen Givenchy-Kostüm. Für mehr Aufregung auf dem roten Teppich bei den 57. Grammy-Awards in Los Angeles sorgten aber andere Stars.

Von Frank Siering, Los Angeles

Madonna performte als Matador - die Schlacht um die begehrten Grammy Awards gewannen in diesem Jahr aber andere Stars.

Madonna performte als Matador - die Schlacht um die begehrten Grammy Awards gewannen in diesem Jahr aber andere Stars.

Nicki Minaj, Lady Gaga, Beyonce und - wie immer - Kim Kardashian hatten sich für extrem luftige Kleidchen entschieden, die ihre ausladenden Oberweiten wie Freiwild zur Schau stellten. Da machte auch keiner Lady Gaga, die einst als Ei verkleidet zu den Grammy-Awards aufgetaucht war, Vorwürfe, ohne Kommentar und ohne ein kurzes Anhalten für die Fans über den Roten Teppich hinein ins Staples Center zu brausen. Die dreieinhalb Stunden lange Show brachte weitere lustige wie auch rockige Highlights. AC/DC kickten die Veranstaltung gleich von Anfang an in Overdrive. Die Australier heizten mit ihrem Medley, darunter auch "Highway to Hell" den Kids in der sonst für Sportveranstaltungen genutzten Halle ordentlich ein.

Und wenn auch eine Taylor Swift oder eine Rihanna - die in ihrem Federkleid so ein bisschen an einen rosa Schwan erinnerte - zu den Glanzzeiten von AC/DC noch gar nicht geboren waren, so rockten sie ab wie einst ihre Eltern in Woodstock. Der erste und nicht der letzte Gewinner (insgesamt gab es vier Preise für den 22-Jährigen) an diesem Abend war der britische Sänger Sam Smith. Er wurde mit dem Preis für den "Best New Artist" ausgezeichnet. In einer emotionalen Rede konnte er sein Glück nicht fassen, Stars wie Iggy Azalea, Bastille, Brandy Clark und Haim ausgestochen zu haben.

Schnell zum Trend im Internet wurde der Auftritt von Pharrell Williams. Nicht, weil er den Preis für das beste Popsolo für seinen Song "Happy" einheimste, sondern weil sich Hutträger Williams diesmal für eine Kopfbedeckung entschieden hatte, die in den sozialen Medien als eine Bewerbung für eine Rolle im Film "The Grand Budapest Hotel" verstanden wurde. Tatsächlich erinnerte der Kopfdeckel eher an einen Pagenhut denn an ein Mode-Statement. Der Grammy für die beste R&B Performance ging - wie erwartet - an Beyonce und Jay Z. für "Drunk in Love". Beyonce nutzte den Auftritt am Mikro, um erneut Gerüchte zu ertränken, ihre Ehe mit Jay Z stehe auf holprigen Beinen. "I love you deep", so "Bey" in Richtung Ehemann Jay.

"Bey" ist "drunk in love" und Kanye ganz brav

Neben AC/DC und Beyonce traten auch noch Ariana Grande und Madonna auf, die ihre neue Single "Livin For Love" präsentierte. Ed Sheeran stellte "Thinking Out Loud" vor. Mit dabei waren John Mayer, Herbie Hancock und Questlove. Ebenfalls als Team auf der Bühne: Gwen Stefanie und Adam Levine wie auch Jessie J und Tom Jonse. Der irische Sänger Hozier brachte Musik-Veteran Annie Lennox auf die Bühne. Zusammen sangen sie seinen Breakout-Hit "Take Me to Church". Das Publikum war begeistert.

Wie bei solchen Shows mittlerweile üblich, wird immer auch ein Lifetime Achievement Award verliehen. Am gestrigen Sonntagabend ging dieser an die Bee Gees und an den mittlerweile verstorbenen George Harrison. Eminem gewann den Ehrenpreis für das beste Rap Album. Und er gewann auch in der Kategorie "Best Rap/sung collaboration" für seine Arbeit mit Rihanna an "The Monster". Joan Rivers erhielt posthum einen Preis für das "best spoken word album" für "Diary of a Mad Diva". Ihre Tochter Melissa Rivers nahm den Award an.

Geschichte schrieben am Sonntagabend Beyonce und die irische Popband U2. Beyonce avancierte zum meistnominierten Künstler in der Geschichte der Grammys. Und U2 teilt dieses Glück in der Band-Kategorie. Eine Überraschung gab es in der Kategorie "Album of the Year". Nicht - wie erwartet - Beyonce oder Sam Smith siegten an dieser Stelle, sondern Beck gewann mit "Morning Phase". Als der auf der Bühne Kanye West im Publikum direkt neben Beyonce und Jay Z entdeckte, forderte er den Rapper auf, auf die Bühne zu kommen, um ein paar Worte zu sagen.

Eine Anspielung auf Wests rüden Auftritt vor ein paar Jahren, als er Taylor Swift den Grammy aus der Hand riss und sie für "unwürdig" erklärte. Diesmal allerdings blieb der Ehemann von Kim Kardashian brav auf seinem Platz sitzen.