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Musikmesse: Die Popkomm verabschiedet sich aus Köln

Die letzte Popkomm in Köln verabschiedet sich mit einer gemischten Bilanz: Nach dem Einbruch bei den Ausstellern hat man auch einen großen Schwund an Fachbesuchern hinnehmen müssen.

Die letzte Popkomm in Köln verabschiedet sich mit einer gemischten Bilanz in Richtung Berlin: Nach dem Einbruch bei den Ausstellerzahlen hat die Musikmesse auch einen großen Schwund an Fachbesuchern hinnehmen müssen. Nach abschließender Zählung der Popkomm kamen 10.247 Fachteilnehmer zur 15. Auflage des Branchentreffs in die Kölner Messehallen - das sind fast 30 Prozent weniger als im Vorjahr, in dem 14.553 Besucher gezählt worden waren. Allerdings sei dieser Rückgang durch den erstmals veranstalteten Messebereich Popkomm.Public ausgeglichen worden: 4325 Musikfans kamen an den drei Tagen, um sich mit ihren Stars zu treffen, Live-Musik zu hören und sich über Karrierechancen im Musikbusiness zu informieren.

Stärker den Fans zugewandt

Die Popkomm wertete dies als Erfolg des neuen Messekonzepts, sich stärker den Fans zuzuwenden und sprach von einem insgesamt stabilen Besucheraufkommen. Die Zukunft liegt in Berlin, wo die Messe von 2004 bis mindestens 2010 residieren will. Auf Grund der Krise in der Musikindustrie - die Branche hatte zu Beginn der Messe am Donnerstag einen Absatzrückgang von 16,3 Prozent verkündet - kamen auch deutlich weniger Aussteller. 618 Firmen und Vereinigungen präsentierten sich auf der Fachmesse, im Vorjahr waren es 797 gewesen.

Medienschelte von Grönemeyer

Herbert Grönemeyer hatte die Verleihung des Musikpreises zur Medienschelte genutzt. Es gehe ihm gut, dank seiner Kinder und seiner "neuen Sonne", gemeint ist offenbar seine neue Lebensgefährtin, sagte er bei der Veranstaltung in Köln. Obwohl er darum gebeten habe, dass nicht über sein Privatleben berichtete werde, seien in der vergangenen Woche von einer großen Boulevard-Zeitung Paparazzi-Fotos von ihm nahe stehenden Personen veröffentlicht worden. Er forderte andere Medien auf, von solchen Fotos oder Berichten abzusehen. "Ich singe, ich liebe mein Publikum, aber was ich privat mache, geht niemanden etwas an", sagte der Musiker.

Pfiffe für Küblböck und Alexander

Überschattet wurde der Abend von einem Eklat beim Auftritt von Daniel Küblböck. Bereits kurz nach Beginn hatte sich der Laudator und Fernseh-Moderator Oliver Pocher als Daniel verkleidet und den "Superstar" parodiert. Als dann bei Küblböcks Auftritt ein großer Teil des Publikums buhte und pfiff, brach der "Superstar" seinen Song ab, um dem Publikum mit einer eigenen Version des Nena-Klassikers "99 Luftballons" - in seiner Version "99 Tage Superstar" - zu erklären, dass er "weiter kämpfen" werde. Erst dann setzte er seinen Auftritt wie geplant fort. Auch für "Superstar" Alexander, der als bester deutscher Newcomer ausgezeichnet wurde, gab es Pfiffe.

Metallica und Eminem blieben fern

In der Kategorie Künstlerin national gewann Nena, zum besten deutschen HipHopper wurde Kool Savas gekürt, die Trophäe für den besten Act international ging an die Kanadierin Shania Twain. Bester internationaler Newcomer wurde das russische Mädchen- und Skandalduo t.A.T.u., allerdings konnte den Preis nur Lena entgegennehmen, weil ihre Partnerin Julia gerade im Krankenhaus operiert wurde. Bis auf Eminem, der als bester internationaler HipHopper ausgezeichnet wurde, und Metallica, die in der Kategorie Rock gewannen, nahmen alle Künstler die Trophäe selbst in Empfang.

DPA