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Musikpreis: Acht Grammys für Ray Charles

Soul-Genie Ray Charles ist acht Monate nach seinem Tod der große Gewinner der Grammy Verleihung. Auch zwei Deutsche konnten die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen.

Der Schöpfer der Soul-Musik Ray Charles ist acht Monate nach seinem Tod der große Gewinner der Grammys. Der im Juni 2004 gestorbene Superstar wurde in der Nacht zum Montag mit acht Grammys geehrt, darunter in der Hauptkategorie "Bestes Album".

Charles, der am 10. Juni 2004 im Alter von 73 Jahren starb, hatte die CD "Genius Loves Company" in seinen letzten Lebensmonaten mit Musikgrößen wie B.B. King, Elton John und Willie Nelson aufgenommen. In seiner Jahrzehnte währenden Karriere hatte er zuvor insgesamt 12 Grammys gewonnen.

Zu seinen nun posthum verliehenen Preisen der US-Musikakademie gehörte auch der Grammy für die Single des Jahres. Er ging für den Song "Here We Go Again" an Charles sowie an seine junge Duett-Partnerin Norah Jones.

"Fange gleich an zu weinen"

Die Jazz-Sängerin bedankte sich überglücklich und würdigte Charles als großen alten Meister des Soul. "Ich fange gleich an, zu weinen", sagte sie. Der Preis mache deutlich, wie wundervoll Musik sein könne. "Zusammen mit Ray Charles ist das hundertprozentig so."

Der Schauspieler Jamie Foxx, der für die Verkörperung des Soul-Genius in dem Musikfilm "Ray" für einen Oscar nominiert ist, begeisterte das Publikum in der Grammy-Nacht mit einer Interpretation des Charles-Welthits "Georgia on My Mind".

Je vier Trophäen für Alicia Keys und Usher

Zu den anderen herausragenden Gewinnern der Grammy-Nacht gehörten die R&B-Musiker Alicia Keys und Usher mit vier sowie drei Auszeichnungen. Auch die irische Rockband U2 holte sich drei Grammys.

Den Preis für das beste Rock-Album gewann die Band Green Day mit ihrer punkige Politrock-Oper "American Idiot". Darin nehmen sie das neo-konservative Amerika unter George W. Bush kräftig auf die Schippe.

"Rock'n'Roll kann gefährlich sein"

"Rock and Roll kann gefährlich sein und zugleich Spaß machen", sagte Green-Day-Bandleader Billy Joe. Die Gruppe aus Kalifornien hatte zuletzt vor elf Jahren einen Grammy gewonnen, schaffte es aber mit ihrer musikalischen Regierungskritik nun wieder auf die Titelseite des Magazins "Rolling Stone".

Der HipHop-Musiker und -Produzent Kanye West, der mit zehn Anwartschaften der große Favorit war, schnitt weniger gut ab als erwartet. Er holte sich aber die Grammys für das besten Rap-Album mit seiner CD "The College Dropout" sowie für den besten Rap-Song mit "Jesus Walks".

Entgegen aller Erwartungen gewann West nicht den Grammy in der Kategorie "Bester neue Künstler". Dieser Preis ging an die Popband Maroon5. Deren Leadsänger Adam Levine verneigte sich auf der Bühne vor dem Konkurrenten und sagte: "Kanye West, Ich danke Dir, dass Du so unglaublich gut bis."

Grammys für zwei Deutsche

Die Geigen-Virtuosin Anne-Sophie Mutter und der Berliner Produzent Martin Sauer haben jeweils einen Grammy gewonnen. Andere deutsche Hoffnungen wurden jedoch enttäuscht. Mutter bekam den Musikpreis in der Klassik-Kategorie als beste Instrumentalsolistin des Jahres 2004. Martin Sauer gewann seinen Grammy als Produzent in der Kategorie "Beste Opernaufnahme".

Spears gewinnt ihren ersten Grammy

Zu den Überraschungen der Grammy-Party gehörte, dass die Popsängerin Britney Spears den ersten Grammy ihrer Laufbahn gewann. Die 23-Jährige bekam ihn für den Song «Toxic» als beste Dance-Aufnahme.

Melissa Etheridge rockte kahlköpfig

Eine der herausragendsten Musikdarbietungen der Nacht war der Auftritt der kahlköpfigen Rockerin Melissa Etheridge. Es war ihr erster seit sie an Brustkrebs operiert wurde und eine Strahlentherapie hinter sich brachte. Etheridge sang zu Ehren von Janis Joplin, die posthum mit einem Lebenswerk-Grammy ausgezeichnet wurde, deren Superhit "Peace of My Heart".

Ex-US-Präsident Bill Clinton erhielt eine Auszeichnung für das Hörbuch zu seiner Biografie "My Life" - "Mein Leben". Den ersten Grammy seines Lebens erhielt Brian Wilson, Ex-Mastermind der Beach Boys - in der Kategorie "Beste Rock Instrumental Darbietung".

DPA / DPA