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Rolling Stone: Die 500 besten Alben aller Zeiten

"Sergeant Pepper's" von den Beatles ist die Nummer eins auf der vom amerikanischen "Rolling Stone" erstellten Liste der 500 besten Pop-Alben. Nur zwei Alben aus den 90er Jahren befinden sich unter den Top 100.

Die besten Pop-Alben aller Zeiten sind alt. Die Beatles sind bei der jüngsten, von der US-Ausgabe des Musikmagazins "Rolling Stone" erstellten Liste der "500 besten Alben aller Zeiten" vier Mal in den Top Ten vertreten, Bob Dylan zwei Mal, die Beach Boys, Marvin Gaye und The Clash je einmal. Deren "London Calling" aus dem Jahre 1980 ist das jüngste Werk unter den in der Spitzengruppe platzierten Alben.

Nirvanas "Nevermind" von 1991 und "Achtung Baby" von U2 sind die einzigen Werke aus dem vergangenen Jahrzehnt in der Liste der ersten hundert. Die Liste liest sich im übrigen wie die der üblichen Verdächtigen: "Sergeant Pepper's Lonely Hearts Club Band" der Beatles ganz oben vor den "Pet Sounds" der Beach Boys. Dann kommen wieder die Beatles mit "Revolver", Bob Dylans "Highway 61 Revisited" hält die vierte Position, dann wieder die Beatles mit "Rubber Soul". Marvin Gayes "What's Going On" und "Exile On Main Street" der Rolling Stones vertreten die 70er, gefolgt von "London Calling", Bob Dylans "Blonde On Blonde" und "The White Album" der Beatles.

Elvis muss sich mit Platz 11 begnügen

Der King of Rock'n'Roll, Elvis Presley, muss sich mit den "Sun Sessions" mit dem 11. Platz begnügen. Und der im vergangenen Jahr vom "Rolling Stone" zum besten Gitarristen aller Zeiten gekürte Jimi Hendrix taucht auf Platz 15 zum ersten Mal auf.

Am meisten verblüfft an derartigen Listen immer wieder, was fehlt. Eric Clapton, Queen, Genesis, ABBA - vier große Namen, die beim US-Magazin nicht unter die ersten hundert kamen. Pink Floyd, immerhin eine Supergruppe der 70er und 80er, müssen bis Platz 43 für einen Eintrag von "Dark Side Of The Moon" warten.

Geographische Nähe beeinflusst Ranking

Im Vergleich mit der im vergangenen Mai vom Münchner Magazin "Focus" veröffentlichten Liste wird der Eindruck verstärkt, dass geographische Nähe hin und wieder den Ausschlag für eine bessere Einstufung gibt. Beim "Focus" landeten die Sex Pistols mit "Never Mind the Bollocks" auf Platz eins, in den USA heißen die Punk-Heroen aber natürlich The Ramones. Deren gleichnamiges Debüt steht acht Plätze vor den Engländern, die auf Platz 41 kamen.

Unzweifelhaft war die US-Redaktion des "Rolling Stone" sehr fleißig: Zu jedem Album ist in der Online-Ausgabe per Maus-Klick eine Rezension mit Album-Cover abrufbar. Auch die Verkaufszahlen werden genannt - und damit auch deutlich gemacht, dass reiner Umsatz nicht das Kriterium war. "Sergeant Pepper's" wurde 11,7 Millionen mal verkauft, die zweitplatzierten "Pet Sounds" nur 1,6 Millionen mal. Michael Jacksons Bestseller "Thriller" - 26 Millionen Menschen kauften das 1982 veröffentlichte Album - landete auf dem 20. Platz, dafür kamen bahnbrechende Werke wie Miles Davis "Kind Of Blue", Van Morrisons "Astral Weeks" und die Robert-Johnson-Compilation "King Of The Delta Blues, Vol. 1" auf die Plätze 12, 19 und 27.

Gute Orientierung

Natürlich birgt jede Einordnung unterschiedlichster Genres in eine Rangfolge jede Menge Zündstoff für erbitterte Diskussionen. Die Liste der 500 Alben gibt aber auf jeden Fall eine gute Orientierung für all jene, die ihre Sammlung "historisch" komplettieren wollen.

Uwe Käding, AP / AP