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Die 500 besten Alben Musikfans streiten über das neue "Rolling Stone"-Ranking – und ein Sänger reagiert pikiert

Marvin Gaye
Soulsänger Marvin Gaye: Sein Album "What's Going On" wurde vom "Rolling Stone" zum besten Album aller Zeiten gewählt.
© Nancy Kaye/ / Picture Alliance
Seit der "Rolling Stone" seine neue Liste der 500 besten Alben aller Zeiten veröffentlicht hat, tobt im Netz ein Streit. Während einigen der Wandel zu radikal ist, sehen andere noch immer Nachholbedarf in puncto Diversität.

Das Musik-Ranking, das alle Menschen zufrieden stellt, muss erst noch erfunden werden. Menschen wollen ihre Lieblingsalben in Bestenlisten gerne oben sehen und reagieren mitunter pikiert, wenn andere Musik vorgezogen wird. Insofern ist es wenig überraschend, dass die soeben veröffentlichte neue Bestenliste im Netz für Diskussionen sorgt.

In diesem Falle gehen Debatten aber weit über das Ästhetische hinaus. Denn das aktuelle Ranking der 500 besten Alben aller Zeiten weist starke Veränderungen zum letzten auf. Bislang galt der "Rolling Stone" als Hort der weißen, Männer-dominierten Rockmusik, wie sie von der Baby-Boomer-Generation bevorzugt wird. Entsprechend belegten die Beatles, die Rolling Stones, Bob Dylan oder Led Zeppelin in den Rankings regelmäßig vordere Ränge. Musik von schwarzen Künstlern sowie von Frauen war dagegen unterrepräsentiert.

Das ist nun anders: Den Spitzenplatz belegt Soulsänger Marvin Gaye, der die Beatles verdrängt. Von den 50 besten Alben stammt mittlerweile jede fünfte Platte aus den Genre HipHop - beim letzten Mal war es lediglich eine einzige. Dazu sind mit Taylor Swift, Beyoncé, Amy Winehouse und Lauryn Hill mehrere Veröffentlichungen von Frauen aus dem 21. Jahrhundert unter den Top 100 vertreten. 

"Sie haben den Rassismus beendet"

Viele Fans begrüßen, dass die Musikzeitschrift mit dem Zeitgeist gegangen ist. "They did it, they ended racism", schreibt ein User auf Twitter: "Sie haben den Rassismus beendet." Anderen gehen die Umwälzungen noch nicht weit genug: "Obwohl die neue #RollingStone500-Liste diverser ist, werden Frauen, schwarze Künstler und Pop noch immer krass unterbewertet, während Classic Rock überbewertet wird." 

Großes Murren kommt vonseiten der Traditionalisten. Einige lehnen das neue Ranking grundlegend als "politisch korrekt" ab - als gebe es keine musikalischen Gründe für Marvin Gaye und schwarze Musik allgemein. In jedem Fall zeigen die Debatten, dass der "Rolling Stone" einen Nerv getroffen hat.

Einen Einwand der ganz anderen Art brachte James Blunt hervor.

Der Sänger tauchte mit keinem seiner Werke unter den Top 500 auf. So sah er sich genötigt darauf hinzuweisen, dass sich sein Album "Back to Bedlam" besser verkauft habe, als 488 Platten auf der Liste. Auch wenn er die Bemerkung mit einem "Lol" versehen und somit als lustig gemeint kennzeichnet hat, kam der Hinweis bei den Nutzern nicht gut an. Verkäufe waren noch nie ein Argument für Qualität in der Musik - da ist die Diskussion unter den Fans im Netz deutlich weiter.

Verwendete Quellen:"Rolling Stone", Twitter

che

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