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Diskrimierung? US-Konzertveranstalter verlangt 1000 Dollar Eintritt von ungeimpften Besuchern

Sänger Ray Carlisle von Teenage Bottlerocket
Für ungeimpfte Fans wird ein Konzert der Band Teenage Bottlerocket richtig teuer
© Picture Alliance
Zwei-Klassen-Gesellschaft bei einem Punk-Konzert in Florida: Geimpfte zahlen 18 Dollar, für Ungeimpfte kosten die Tickets fast 1000 Dollar. Juristisch ist das Vorgehen umstritten.

Wer in St. Petersburg im US-Bundesstaat Florida die Punk-Band Teenage Bottlerocket live sehen will, der muss sich entscheiden: entweder eine Impfung gegen Covid-19 oder tief in die Tasche greifen. Die Veranstalter des Konzerts freuen sich zwar darüber, dass wieder kulturelle Veranstaltungen erlaubt sind, machen in ihrer Preispolitik aber einen klaren Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften. Während das Konzert für geimpfte Personen 18 US-Dollar – also 15 Euro – kostet, sollen Ungeimpfte 999,99 Dollar für ein Ticket bezahlen – das 55-fache.

Die Idee stammt von Veranstalter Paul Williams. Er wolle nur für eine "sichere Show" sorgen, sagte Williams dem Sender ABC Action News. Wer nicht geimpft sei, solle sich impfen lassen, um andere zu schützen. Solange müsse er bei Konzerten mit ungleich höheren Preisen leben. Auch die Band unterstützt den Ansatz.

Drohungen und Beschimpfungen gegen Veranstalter und Band

Wer zum geringeren Preis von 18 Dollar das Konzert besuchen will, muss an der Einlasskontrolle seinen Impfausweis vorzeigen. "Falls jemand ungeimpft kommen will, wird er viele Gäste abschrecken und muss die Differenz zahlen", begründet der Veranstalter den deutlich höheren Ticketpreis für Ungeimpfte. Dafür wird er in den sozialen Netzwerken von Impfgegnern wüst beschimpft. Auch die Band Teenage Bottlerocket wird vor dem Konzert am 26. Juni im Netz mit Anfeindungen überzogen – sogar Morddrohungen habe es gegeben, erzählten Bandmitglieder der "Washington Post".

Umstritten ist, ob die höheren Preise für Ungeimpfte tatsächlich legal sind. Floridas Gouverneur Ron DeSantis hatte erst vor kurzem ein Gesetz unterschrieben, das es Geschäften, Behörden, Schulen und Universitäten verbietet, von ihren Kunden, Schülern oder Studenten eine Impfung zu verlangen. Allerdings tritt dieses Gesetz erst im Juni in Kraft.

Eine Sprecherin von DeSantis nannte die Ticketpreise für Ungeimpfte "unzulässige Diskrimierung". Paul Williams wiederum ist sich sicher, nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich auf der richtigen Seite zu stehen: "Ich verbiete niemandem den Eintritt", sagte er der "Washington Post". "Ich gewähre lediglich einen Rabatt." Die Karten für Geimpfte sind mittlerweile ohnehin ausverkauft.

Quellen: ABC Action News / "Washington Post" / Leadfoot Promotions

epp

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