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Von Adele bis U2 Weltstars fordern Freilassung von Pussy Riot


Während die zwei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot ihre Lagerhaft absitzen, wächst deren internationale Unterstützung. Dutzende Weltstars unterschrieben einen Solidaritätsbrief.

Knapp ein Jahr nach dem Moskauer Hafturteil gegen die kremlkritische Punkband Pussy Riot haben mehr als 100 Musikstars wie Madonna, U2 oder Elton John die sofortige Freilassung der Aktivistinnen gefordert. In einem offenen Brief der Organisation Amnesty International versicherten die Künstler den inhaftierten Bandmitgliedern Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina ihre Solidarität.

Die russische Justiz lehnt eine Freilassung bislang ab. Es sind aber für diese Woche Anhörungen zur möglichen vorzeitigen Haftentlassung geplant. Die Termine dafür sind der 24. und der 26. Juli. Die Solidaritätsaktion soll die weltweite Aufmerksamkeit auf diese Anhörungen lenken.

Grundlegendes Recht auf Meinungsfreiheit

Die Frauen waren im August vergangenen Jahres wegen eines Protestkonzerts gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Ein drittes, damals ebenfalls verurteiltes Bandmitglied ist heute wieder frei. Bei Jekaterina Samuzewitsch wurde die Haftstrafe im vergangenen Herbst in Bewährung umgewandelt.

In dem Brief verwiesen die Unterstützer auf die Bedeutung des "schockierend unfairen" Verfahrens für Künstler, Musiker und Bürger in aller Welt. Außerdem forderten sie die russischen Behörden auf, die "harten Urteilssprüche zu überprüfen", damit beide Frauen zu ihren Kindern und Familien sowie zu einem normalen Leben zurückkehren könnten.

"Das Recht auf Meinungsfreiheit und Dissens ist in jeder Demokratie berechtigt und grundlegend", heißt es in dem Schreiben. Zu den Unterzeichnern gehören auch Bryan Adams, Adele, Peter Gabriel, Kesha, Bruce Springsteen und Ozzy Osbourne. "Eure Stärke, Mut und Furchtlosigkeit sind eine Inspiration für uns alle", betonen die Künstler.

"Viele Musiker sagten mir: Wenn man keinen Protestsong singen kann, ohne Angst vor einer Haftstrafe haben zu müssen, dann läuft etwas ernsthaft falsch", begründete Lucy Macnamara von "Art for Amnesty" die Initiative.

Tolokonnikowa, 23, und Aljochina, 25, beide Mütter kleiner Kinder, waren am 17. August 2012 wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" verurteilt worden. Ihr Protest schlug auch deshalb hohe Wellen, weil er ausgerechnet in der wichtigsten orthodoxen Kathedrale des Landes stattfand und ein Gebet parodierte.

anb/DPA/AFP DPA

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