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Musical-Premiere: Wie Helene Fischer - "Mary Poppins" fliegt durchs Hamburger Publikum

Sie enttäuschte die Hamburger nicht: Bei der Premiere von "Mary Poppins" im Theater an der Elbe schwebte Darstellerin Elisabeth Hübert als berühmtestes Kindermädchen der Welt durch den Saal. Der Klassiker lohnt sich vor allem wegen ihrer "Tricks".

Elisabeth Hübert spielt "Mary Poppins"

Elisabeth Hübert spielt "Mary Poppins".

Julie Andrews ist als "Mary Poppins" unvergessen. Im gleichnamigen Disney-Klassiker von 1964 verkörperte sie das bis heute berühmteste Kindermädchen der Welt. Mit Schirm und Charme machte sie aus "Mary Poppins" einen riesigen Erfolg. Ihre Nachfolgerinnen in der Rolle werden bis heute an Andrews ikonischer Darstellung gemessen - auch Elisabeth Hübert, die in Hamburg als "Mary Poppins" auf die Bühne schwebt.

Am Sonntagabend feierte das Musical "Mary Poppins" im Theater an der Elbe Premiere. Nach Wien und Stuttgart ist es die dritte Station der deutschsprachigen Variante. Es hält sich nicht exakt an die Film-Vorlage, sondern verwendet auch Szenen aus der Kinderbuchreihe der britischen Autorin P. L. Travers. Die unvergessenen Songs wie "Chim Chim Cheree" und "Supercalifragilisticexpialigetisch" gehören aber selbstverständlich dazu.

Ein Klassiker mit viel High-Tech

Der Stoff wirkt etwas angestaubt. Wer hat heute schon noch ein Kindermädchen? Auch die Inszenierung kommt auf den ersten Blick sehr klassisch und fast wie eine Operette oder ein Singspiel daher. Doch das täuscht. Die Handlung - ein Vater vernachlässigt wegen der Arbeit bei einer herzlosen Bank seine Familie und vor allem seine beiden Kinder - hat an Aktualität nichts verloren. Und das zunächst sehr altmodisch wirkende Bühnenbild verwandelt sich wahlweise in die Küche des Hauses oder in das Kinderzimmer. Ein High-Tech-Herrenhaus.

"Die hat Tricks" drauf, sagt der kleine Michael Banks, als er "Mary Poppins" zum ersten Mal sieht. Und genauso ist es. Die magischen Momente der Filmvariante sind im Musical gelungen umgesetzt. Etwa wenn "Mary Poppins" aus ihrer Tasche Zimmerpflanze, Hutständer und allerlei Gegenstände zieht oder wenn Bert kopfüber an der Decke der Bühne tanzt.

So schwebt "Mary Poppins" durchs Publikum

Elisabeth Hübert ist die perfekte "Mary Poppins". Hut, blauer Mantel, Schnürstiefel und in den Händen der typische Regenschirm mit Papageienkopf - die 30-Jährige ist nicht nur "Mary Poppins", sondern kann dem Vergleich mit Julie Andrews standhalten. Ihrem spitzbübischem Charme erliegen nicht nur die Kinder Jane und Michael, sondern das gesamte Publikum.

Helene Fischer sang in ihrer Weihnachtsshow 2016 eine Szene aus dem Musical und schwebte als "Mary Poppins" in einem Schirm in die Arena. Auch Elisbeth Hübert enttäuscht die Hamburger nicht - auch wenn sie die Zuschauer lange warten lässt. Erst am Schluss spannt sie ihren Regenschirm auf und fliegt über die Köpfe des Publikums hinweg davon. Diese "Mary Poppins" hat wirklich "Tricks" drauf.


mai