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Oskar Roehler: Warum es keine Skandalfilme mehr gibt

Echte Skandalfilme gibt es schon lange nicht mehr, beklagt Regisseur Oskar Roehler. Umso mehr freut er sich auf echte Klassiker bei Tele 5.

Oskar Roehler in seinem Element

Oskar Roehler in seinem Element

Für die Filmbranche beginnt wieder die heißeste Zeit des Jahres: Schauspieler, Regisseure, Produzenten und natürlich auch Fans fiebern wieder der Oscar-Verleihung am 24. Februar entgegen. Mit "A Star Is Born" oder "Bohemian Rhapsody" gehen zwei echte Publikumslieblinge ins Rennen. Auch Deutschland mischt in diesem Jahr mal wieder mit. Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck (45) könnte sogar gleich zwei Goldjungen abstauben. Sein Film "Werk ohne Autor" ist in den Kategorien "Bester fremdsprachiger Film" und "Beste Kamera" nominiert.

Einen echten Skandalfilm hat die Academy aber auch in diesem Jahr nicht in Betracht gezogen. Kein Wunder, versucht sie doch seit jeher, kontroversen Filmen aus dem Weg zu gehen. Davon kann bei Kult-Regisseur Oskar Roehler (60) natürlich nicht die Rede sein. Schließlich ist er für Filme wie "Jud Süß - Film ohne Gewissen" oder "Suck My Dick" verantwortlich.

Keiner produziert mehr Skandalfilme

Seiner Meinung nach, sei es heutzutage schwierig noch einen Skandal zu provozieren: "Du kannst vielleicht noch einen politischen Skandal evozieren. Oder du kannst ganz bewusst einen Skandal ansteuern, indem du skandalös mit der Sexualität umgehst oder mit Folter oder politischen Issues. Du kannst es schon noch machen. Es wird keiner mehr machen."

Kein Zuschauer würde sich heute mehr eine zehnminütige Fellatio-Szene im Close-Up anschauen - "das würde sie zu sehr langweilen", ist sich Roehler sicher. "Es gibt auch kein Gen mehr dafür sowas zu machen, weil heute werden politische Filme erzählt und die sind oft sehr nüchtern."

Skandal-Klassiker im TV

Die guten alten Zeiten, in denen es noch echte Skandalfilme gab, lässt Tele 5 nun noch einmal auferstehen. Ab dem 27. Januar zeigt der Münchner Sender die zweite Staffel von "SKANDAL - Filme die Geschichte schrieben". An sieben unterschiedlichen Tagen laufen insgesamt acht Filme, darunter Klassiker wie "Das Leben des Brian" , "Salon Kitty" oder "Eraserhead". Kommentiert werden die Streifen wieder von keinen Geringeren als Oskar Roehler selbst und Schriftsteller Joachim Bessing (47), der vor allem mit seinem Bestseller "Tristesse Royale" für Furore sorgte. Und wer weiß: Vielleicht schafft es ja doch irgendwann ein Skandalfilm für einen Oscar nominiert zu werden?

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