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Trödelshow mit Horst Lichter: "Bares für Rares": Anwalt hält den Rekord-Kauf für rechtswidrig

Der Verkauf einer Reliquie bei "Bares für Rares" sorgte für viel Aufsehen. Doch jetzt steht die Sendung in der Kritik: Ein Anwalt hält die Transaktion trotz Rekordsumme für nichtig.

Horst Lichter bei "Bares für Rares"

Dieses Kreuz erzielte bei "Bares für Rares" einen Rekordpreis

DPA

42.000 Euro! Nie zuvor hat ein Exponat bei der Trödelshow "Bares für Rares" eine so hohe Summer erlöst wie am vergangenen Mittwoch. Da hatten Stephanie Huber und Cosima Birk in der ZDF-Sendung ein Kreuz zum Kauf angeboten, das schon äußerlich sehr prachtvoll daherkam: Es war mit 40-karätigen Diamanten bestückt.

Doch es war nicht der materielle Wert, der zu dem hohen Erlöst führte. Es handelte sich um eine Reliquie aus dem 17. Jahrhundert, die drei Holzsplitter in sich beherbergt, die aus dem Kreuz Jesu stammen sollen. Das Ganze ist mit einem päpstliches Siegel von Clemens IX versehen.

Das sagt die Expertin

Die Expertin Heide Rezepa-Zabel war entsprechend beeindruckt und taxierte den Wert auf 60.000 bis 80.000 Euro. Auch die Händler wussten den Wert des Objektes zu würdigen. Das höchste Angebot legte Susanne Steiger auf den Tisch, die das Kreuz für den Rekordpreis von 42.000 Euro erwarb. Käuferin wie Verkäufer äußerten sich anschließend höchst zufrieden über die Transaktion. Eigentlich eine rundum schöne Geschichte, sollte man meinen.

Doch nicht alle sind der Meinung, dass dieses Geschäft als positiv zu bewerte ist. Auf Facebook waren viele Fans der Meinung, die "Bares für Rares"-Redaktion habe die Verkäuferinnen zu einem Auktionshaus schicken sollen, weil sie dort deutlich mehr Geld hätten erzielen können. 

"Bares für Rares": Waren die Verkäuferinnen unwissend?

Der Rechtsanwalt Friedemann Ungerer geht sogar noch weiter und hält den Kauf gar für rechtswidrig. Der Jurist begründet das gegenüber dem Portal "derwesten.de" mit dem Paragraph 138 im BGB, der sittenwidrige Geschäfte und Wucher definiert. "Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen."

Angesichts der Unerfahrenheit der Verkäuferinnen sieht Ungerer diesen Tatbestand als gegeben an. Dass es zu einer Anfechtung der Transaktion kommt, ist dennoch unwahrscheinlich. Zumal die Expertin vorab ihre Einschätzung abgegeben hat. Der Rekord-Kauf bei "Bares für Rares" dürfte Bestand haben.

Quelle: "derwesten.de"

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