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ARD-Serie "Charité" endet erfolgreich - und so geht's weiter

Charité
Selbstversuch: Der Bakteriologe Robert Koch (gespielt von Justus von Dohnány) lässt sich von seinem Assistenten Paul Ehrlich (Christoph Bach) das neu entwickelte Medikament Tuberkulin spritzen
© ARD/Nik Konietzny
Durchschnittlich 7,48 Millionen Zuschauer sahen die sechs Folgen der ARD-Serie "Charité" - ein großer Erfolg für den Sender. Die zweite Staffel ist schon in Planung - sie soll in der NS-Zeit spielen.

Am Ende waren es noch 6,62 Millionen Zuschauer, die das Finale des ARD-Sechsteilers "Charité" sehen wollten. Deutlich weniger als beim Auftakt am 21. März, als stolze 8,32 Millionen Menschen eingeschaltet hatten. Dennoch ist die historische Serie schon jetzt einer der Überraschungserfolge des TV-Jahres. Durchschnittlich 7,48 Millionen Zuschauer sind ein herausragender Wert für den Dienstagabend.

Hinzu kommen 1,7 Millionen Abrufe in der Mediathek. Produzent Nico Hofmann sieht darin sogar einen Fingerzeig auf die weitere Entwicklung des Mediums: "Dieser Quotenerfolg und vor allem die hohen Abrufzahlen in der Mediathek der ARD sind ein deutliches Signal: So könnte in Zukunft die Antwort des frei empfangbaren deutschen Fernsehens im Wettbewerb mit den Pay-Plattformen aussehen."

Die neuen Folgen von "Charité" sollen in der NS-Zeit spielen

Kein Wunder, dass eine zweite Staffel bereits in Planung ist: Die Drehbuchautorinnen Sabine Thor-Wiedemann und Dorothee Schön arbeiten bereits an den neuen Folgen. Die werden jedoch nicht mehr in der Kaiserzeit spielen. Die Serie springt ein halbes Jahrhundert nach vorne und ist in der NS-Ära angesiedelt. Im Mittelpunkt soll der berüchtigte Chirurg Ferdinand Sauerbruch stehen. Der hatte bereits 1923 Adolf Hitler an der Schulter operiert und bekannte sich früh zum Nationalsozialismus. 

Sauerbruch ist eine interessante Figur, weil er ambivalent gehandelt hat. Einerseits gehörte er dem Reichsforschungsrat an, der unter anderem Menschenversuche in Konzentrationslagern unterstützte. In seiner Funktion als Generalarzt des Heeres bewilligte er Mittel für Senfgasversuche an KZ-Häftlingen. Auf der anderen Seite protestierte Sauerbruch gegen das "Euthanasie"-Programm und unterstützte zeitweise die regimekritische "Mittwochsgesellschaft".

Eine weitere spannende Phase der deutschen Geschichte, die "Charité" in der zweiten Staffel erzählen will. Gedreht werden soll noch in diesem Jahr, die Ausstrahlung könnte dann 2018 erfolgen.

che

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