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TV-Show Das Internet ist sich sicher: "Die Simpsons" sagten auch die Affenpocken voraus

Eine Szene aus der Zeichentrickserie "Die Simpsons"
Eine Szene aus der Zeichentrickserie "Die Simpsons"
© FOX
Die Zeichentrickserie "Die Simpsons" ist bekanntlich gut darin, Ereignisse zu zeigen, die Jahre später tatsächlich wahr werden – auch wenn sie seinerzeit als völlig absurd erschienen sein müssen. Gibt es nun einen weiteren solchen Fall?

In der Vergangenheit hatten Fans immer wieder festgestellt, dass Szenen aus der beliebten Zeichentrickserie "Die Simpsons" schon Jahre oder gar Jahrzehnte vor bestimmten Ereignissen in bestimmten Folgen gezeigt wurden, oder zumindest darauf angespielt hatten. So prophezeite die Show bereits 2001 einen Präsidenten Trump (Folge "Barts Blick in die Zukunft"), oder die Corona-Pandemie (Folge "Marge wird verhaftet", 1996).

Homer Simpson füllt Benzin in seinen Kofferraum

Manchmal stellte sich das als Wunschdenken oder schlicht als Quatsch heraus, manchmal aber muss man anerkennen, dass das Team um den "Simpsons"-Erfinder Matt Groening einen extrem guten Riecher für den Zeitgeist und gesellschaftliche Entwicklungen hat und so gelegentlich wirklich gruselig gut die Zukunft "vorhersagen" konnte. Zeit genug hatten die Serienmacher dazu: "Die Simpsons" laufen seit 1989 im US-Fernsehen.

"Die Simpsons" sind stets nah am Zeitgeist

Nun sind sich einige Fans sicher: Die Serie sagte auch den Ausbruch der Affenpocken voraus, die in den US-Staaten New York und Illinois gerade ernste Besorgnis auslösen. Zwei verschiedene Memes kursieren dazu in den sozialen Netzwerken. Eines davon zeigt einen Ausschnitt aus der Folge 3 der siebten Staffel der Show. "Bei Simpsons stimmt was nicht" hieß die Episode, die 1996 erstmals in Deutschland ausgestrahlt wurde.

Darin spielen Milhouse und Bart mit einem Äffchen, Bart bekommt deshalb später Läuse – und Fieber. Im Rest der Folge geht es darum, dass das Jugendamt Barts Eltern, Marge und Homer, die Schuld an seinem Zustand gibt und Bart deshalb vorerst in die Obhut der streng religiösen Nachbarsfamilie Flanders kommt. Um eine Epidemie geht es also nicht wirklich.

Dass ein Äffchen als Überträger von Parasiten und Krankheitserregern dargestellt wird, wirkt heute natürlich bemerkenswert – aber eigentlich, das muss selbst der größte "Simpsons"-Fan zugeben, ist es lediglich Allgemeinwissen.

Affenpocken-Meme ist fake

Und noch ein weiteres, auf den ersten Blick eindrücklicheres Meme macht die Runde im Netz: Es zeigt Familienvater Homer, wie er zusammen mit einem Äffchen gemütlich auf der Couch sitzt. Das nächste Bild zeigt ihn dann, übersät mit roten Pusteln und mit schockiertem Gesichtsausdruck.

Speziell dieses Meme sorgte für Aufruhr – manch Verschwörungsgläubiger meinte gar, darin den Beweis gefunden zu haben, dass alle Großereignisse längst im Voraus von einer Geheimorganisation geplant seien und die "Simpsons"-Macher offenbar Einblick in diese Planung hätten ... Was, ja, natürlich Unsinn ist.

Besonders in diesem Fall, denn die Bilder stammen nicht einmal aus derselben Folge der Sendung, nicht einmal aus derselben Staffel. Das erste Bild, Homer mit dem Äffchen, ist ein Ausschnitt aus der Episode "Die neuesten Kindernachrichten" von 1998, der mit Pusteln übersäte Homer kommt hingegen in der Episode "Milhouse aus Sand und Nebel" von 2005 vor – und darin hat er sich bei Töchterchen Maggie mit Windpocken angesteckt, nicht mit Affenpocken.

Lisa Simpson und US-Vizepräsidentin Kamala Harris

Also ist dieses Meme eine schlichte Täuschung. Warum sich jemand die Mühe gemacht hat, die Bilder derart zu kombinieren, bleibt offen.

Quellen:  "Newsweek"Reuters,  Twitter

wt

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