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"Game of Thrones"-Staffelfinale: Sibel Kekilli in den USA begehrt

Lob vom Erfinder, Castingangebote und zahlreiche Interviews: Die deutsche Schauspielerin Sibel Kekilli bekommt dank "Game of Thrones" in den USA viel Aufmerksamkeit. ACHTUNG, SPOILER!

Die Liebesgeschichte zwischen Tyrion (Peter Dinklage) und Shae (Sibel Kekilli) birgt viel Drama.

Die Liebesgeschichte zwischen Tyrion (Peter Dinklage) und Shae (Sibel Kekilli) birgt viel Drama.

Achtung, Spoiler! Wer das Finale der vierten Staffel von "Game of Thrones" noch nicht gesehen hat, sollte besser nicht weiterlesen. Die Folge lief am Sonntag in den USA und war für deutsche Pay-TV-User am Montag zu sehen.

Keine Serie wird in den USA - und vielleicht sogar weltweit - derzeit so diskutiert wie "Game of Thrones". Präsident Obama lässt sich die Folgen vorab schicken, Jennifer Lawrence ist ein riesiger Fan und Madonna leiht sich schon mal ein Original-Kostüm für eine Party aus. Auch das Ende der vierten Staffel wird von Fans und Kritikern gerade bejubelt. Mittendrin im Hype: die deutsche Schauspielerin Sibel Kekilli, die eine wichtige Rolle in der Fantasy-Saga spielt.

Oder besser: spielte. Denn wie bei "Game of Thrones" üblich, stirbt ihre Rolle, die Prostituierte Shae, in der letzten Folge überraschend einen brutalen Tod. Shaes Lover Tyrion Lannister (Peter Dinklage) erwürgt sie eigenhändig und das auch noch mit einer Halskette, die er ihr einst zum Beweis seiner Liebe schenkte. Allerdings hat er Shae auch im Bett mit seinem verhassten Vater erwischt.

Die US-Medien stürzten sich deshalb jetzt auf die Wahl-Hamburgerin Kekilli: Von der "L.A. Times" über den Branchendienst "Hollywoodreporter" bis hin zu "vulture.com" vom New York Magazine - überall gibt es Interviews mit der 34-Jährigen, die ihre Rolle leidenschaftlich verteidigt. "Ihr dürft Shae nicht hassen", sagt sie beispielsweise bei "tvline.com" und erklärt, dass Shae ihren Tyrion trotz allem immer geliebt habe und als mittellose Prostituierte keine andere Wahl gehabt habe, als sich dem mächtigen Tywin Lannister - Tyrions Vater - zu unterwerfen.

Dinklage besuchte sie in Hamburg

Drei Jahre lang stand Kekilli für "Game of Thrones" vor der Kamera. Sie habe dabei vor allem in den zahlreichen Drehs mit Peter Dinklage viel gelernt. "Er ist lustig und so sensibel. Er hat mir viel geholfen, ich mag seine Art zu schauspielern sehr", erzählt sie "vulture.com". Dinklage habe sie auch schon in Hamburg besucht, als er für Dreharbeiten in Deutschland war, sagt sie dem "Hollywoodreporter". Der Abschied von der Serie sei ihr schwer gefallen. "Es wird schwierig sein, etwas auf dem gleichen Level wieder zu finden", meint sie, auch wenn es jetzt für sie mehr englisch-sprachige Castingangebote gäbe als früher. In Deutschland steht sie gerade hauptsächlich für den Kieler "Tatort" vor der Kamera.

Für ihre Rolle bei "Game of Thrones" wurde sie sogar von Autor George R.R. Martin persönlich gelobt: "Das erste, was er zu mir sagte war: 'Deine Shae ist besser als meine.' Ich fühlte mich sehr geehrt." An ihrem letzten Drehtag gab es deshalb Applaus für die Deutsch-Türkin, die sich ein ganz besonderes Andenken an ihre Zeit bei "Game of Thrones" gesichert hat. "Ich hab nach der Kette gefragt und durfte sie mit nach Hause nehmen", sagt sie der "New York Times".

Übrigens: Wer glaubt, dass Sibel Kekillis Porno-Vergangenheit im eigentlich prüden Amerika einen Aufschrei hervorrufen würde, hat sich getäuscht: Es wird in den Medien zwar manchmal erwähnt, aber sie ist nicht die einzige Darstellerin der Serie mit pornografischer Erfahrung. Deshalb wird sie hauptsächlich auf ihre Rolle als Shae angesprochen. "Game of Thrones"-Fans sind eben ganz andere Dramen gewohnt.

sst