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"heute-show": "Wurst Case Szenario": Die Deutschen und ihr gepanschtes Billig-Fleisch

Der Grill ist top, das Fleisch ein Flop: Die "heute-show" widmete sich in ihrer aktuellen Folge dem Skandal um gepanschte Wurst, die von der DLG mit einer Medaille ausgezeichnet wurde - und das fast ohne Fleischanteil.

Hauptsache billig: Oliver Welke mokiert sich in der "heute-show" über die Wurst-Vorlieben der Deutschen

Hauptsache billig: Oliver Welke mokiert sich in der "heute-show" über die Wurst-Vorlieben der Deutschen

Kaum kommen in Deutschland die ersten Sonnenstrahlen heraus, lässt sich von Bayern bis Schleswig-Holstein ein einheitlicher Trend beobachten: Es wird gegrillt, bis die Schwarte kracht. Eine Vorliebe, die auch Oliver Welke und sein Team in der jüngsten Folge der "heute-show" genüsslich sezierten. "Es ist endlich Grill-Saison. 82 Millionen Deutsche verwandeln sich in Glutbürger", kommentierte Welke.

Dass dabei der Preis des Grills oft wichtiger ist als der Wert des Fleisches, wurde von den "heute-show"-Machern mit mehreren Beispielen belegt. Ob es nun das 600-Gramm -Nackensteak von Aldi Süd für sagenhafte 1,99 Euro ist oder Separatorenfleisch, das aus Schlachtabfällen hergestellt wird, viele Verbraucher achten noch immer zu sehr auf den Preis und zu wenig auf die Qualität ihrer Lebensmittel.

"Wir sind in der Lage, Fleisch herzustellen, das gar keins mehr ist"

Die Arbeitsbedingungen zahlreicher Menschen in der Fleischindustrie prangerte Welke mit folgenden Sätzen an: "In vielen Schlachtbetrieben sind 80 bis 90 Prozent Leiharbeiter oder Menschen mit Werkverträgen. Offiziell kriegen diese armen Menschen Mindestlohn. Dafür werden aber ohne Ende Überstunden einfach nicht bezahlt. Und wer sich beklagt, fliegt sofort raus, denn diese Arbeiter haben keine Rechte. Auch deswegen kann in Europa keiner mit deutschen Dumping-Preisen konkurrieren. Inzwischen sind wir sogar in der Lage, Fleisch herzustellen, das gar keins mehr ist. 

Welke spielte damit auf einen aktuellen Beitrag des ZDF-Magazin "Frontal 21" an. Dort hatte ein Metzgermeister und ehemaliger Lebensmittelkontrolleur absichtlich eine Wurst aus Schlachtabfällen, Wasser und Pulver aus Schlachtblutplasma zusammengepantscht. Das Ergebnis legten die Verantwortlichen der Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) zur Prüfung vor. Doch statt die Fleisch-Wasser-Pampe zu bemängeln, klebten die Kontrolleure eine Silber-Medaille drauf. Welkes bitteres Fazit: "Der Verbraucher kauft im Grunde genommen schnittfestes Wasser oder wie man in Holland sagt: Tomaten."

jum