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"heute-show" im ZDF: "Trumps Gehirn ist so groß, dass es ihm zu umständlich ist, es mitzunehmen"

Oliver Welke und sein Team der "heute-show" knöpften sich US-Präsident Trump und den umstrittenen Richter-Kandidaten Brett Kavanaugh vor. Dabei ist die Realität noch bizarrer als die beste Satire.

Oliver Welke über Präsident Trump und den umstrittenen Juristen Brett Kavanaugh

Oliver Welke über Präsident Trump und den umstrittenen Juristen Brett Kavanaugh

Würde es einen Mann wie Donald Trump nicht geben, eine Satiresendung wie die "heute-show" müsste ihn erfinden. Aber so bietet der US-Präsident reichlich Angriffsfläche, auch für Oliver Welke und sein Team, die sich Trump und seine jüngsten Aussetzer in ihrer Sendung am Freitagabend zur Brust nahmen.

Dass Trump wohl nicht der Selfmade-Milliardär ist, wie er gern selbst behauptet, sondern dass das Immobilienimperium seiner Familie wohl zum Teil durch Steuerbetrug in Höhe von Hunderten Millionen Dollar aufgebaut wurde, war für Welke eine willkommene Vorlage. "Sie werden es nicht glauben, aber Donald Trump hat gerade ein bisschen Ärger. Jetzt ermittelt auch noch die Steuerbehörde gegen den Mann, nur weil er wohl in den Neunzigern seinen Eltern geholfen hat, ein paar hundert Millionen Dollar zu hinterziehen. Haben wir doch alle schon gemacht, jetzt mal ehrlich", scherzte Welke. Nur, um dann hinterher zu schieben: "Donald Trumps Gehirn ist so groß, dass es ihm oft zu umständlich ist, es mitzunehmen."

Donald Trump bei einer Rally in Mississippi

Ein Skandal ist die Tatsache, dass Trump den Juristen Brett Kavanaugh als obersten Richter am Supreme Court installieren will, obwohl mehrere Frauen dem 53-Jährigen sexuelle Belästigung vorwerfen, darunter die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford. Über die 51-Jährige machte sich Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Southaven im Bundesstaat Mississippi sogar öffentlich lustig.

Donald Trump als "Fleisch gewordene Erektionsstörung" veräppelt

"Kennt Trump überhaupt noch irgendeine Schamgrenze?" fragte Welke seinen Kollegen Dietrich Hollinderbäumer, der seit 2009 in der "heute-show" den Korrespondenten Ulrich von Heesen darstellt. Seine Antwort dürfte wenig überraschen: "Nein, das ist ja der Vorteil, wenn man Trump ist. Keiner erwartet mehr irgendeine menschliche Regung." Hollinderbäumer bezeichnete Trump als "die Stimme aller geilen, weißen Männer", als "Fleisch gewordene Erektionsstörung" und "orangenen Pavian".

Nicht die Frauen müssten geschützt werden, sondern junge Männer, die eine Vorverurteilung befürchten und sich fragen würden "Was darf man noch?" Die vernünftigen weiblichen Wählerinnen habe Trump eh längst vergrault. "Ihm geht's nur noch um echte Kerle. Typen, die Pick-up fahren, sich am Sack kratzen und Bier trinken", sagte Hollinderbäumer. So wie der umstrittene Jurist Kavanaugh, der in einer Senatsanhörung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen mindestens ein Dutzend Mal erwähnte, Bier zu trinken.

Etwas schwer über all das zu schmunzeln, fällt es schon. Denn Trump und Kavanaugh sind keine Figuren einer Satire-Sendung, sondern der eine ist der Präsident der Vereinigten Staaten und der andere wohl der nächste Richter am Supreme Court. Wie es aussieht, haben die Republikaner genügend Stimmen im US-Senat zusammen, um die Abstimmung für sich zu entscheiden und somit Kavanaugh ins Amt zu heben.

+++ Die komplette Folge können Sie sich hier ansehen +++