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TV-Tipp 12.11.: "So finster die Nacht" Liebe inmitten von Kälte und Blut


Einer der besten Vampirfilme kommt ohne Fledermäuse, Gruselschlösser und Holzpfähle aus: "So finster die Nacht" ist Horrorfilm, Romanze und Drama zugleich. Unser TV-Tipp des Tages.

"So finster die Nacht" 22.15 Uhr, Einsfestival
VAMPIRFILM Oskar ist schüchtern und einsam. Der Zwölfjährige lebt Anfang der 1980er Jahre in einer Hochhaussiedlung am Rande Stockholms. In der Schule wird er terrorisiert. Seine alleinerziehende Mutter muss alle ihre Energie dafür aufwenden, die Familie durchzufüttern. Und sein Vater säuft. Eines Nachts trifft er auf dem Hinterhof Eli, vermutlich ein Mädchen, vermutlich gleichaltrig. So richtig lässt sich die blasse Gestalt, die nur nachts aus ihrer neu bezogenen Wohnung kommt, nicht fassen. Doch ihre Zuneigung zu Oskar, die fühlt sich echt an. Eine melancholische Liebesgeschichte beginnt - die bisweilen sehr verstört. Denn Eli braucht Blut, um zu leben.

Romanzen zwischen Vampiren und Menschen gibt es in Film, Fernsehen und Fantasyliteratur ohne Ende. Keine hat mich so berührt wie "So finster die Nacht" (nach dem gleichnamigen Roman von John Ajvide Lindqvist). Kitsch- und klischeefrei erzählt der schwedische Regisseur Tomas Alfredson die Geschichte zweier Außenseiter, die auf ihre Weise ums Überleben und gegen ihre Einsamkeit kämpfen. Die Beziehung der beiden ist wie ein wärmendes Feuer inmitten der trostlosen Vorstadt, wo arme Menschen ohne Perspektive ihr Dasein fristen.

Ich erinnere mich noch gut, wie mir im Kino die Kälte, die der Film ausstrahlt, regelrecht in die Knochen gewandert ist. Und dass die beiden Kinderdarsteller Kåre Hedebrant als Oskar und Lina Leandersson als Eli schlicht sensationell waren. Und die Szene im Schwimmbad werde ich nie vergessen. So viel Erinnerungswürdiges liefern nur wenige Filme mit Vampiren.

Ein TV-Tipp von Ralf Sander, Redakteur beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Altersglühen - Speed Dating für Senioren"
20.15 Uhr, ARD
IMPROKOMÖDIE Spaßig findet das hier keiner. Wer jenseits der 60 auf Partnersuche geht, dem haftet der Makel des Scheiterns an. Der ist entweder blöd oder schon zu lange allein. Ist das so? Für ein elegant inszeniertes Speed-Dating geben sich hier 13 Menschen einen Ruck. Sie wollen das Neue wagen, oder wenigstens sagen können, sie hätten es versucht... Gemeinsam mit den Schauspielern entwickelte Regisseur Jan Georg Schütte grobe Charakterprofile. Dann bat er zu Tisch und ließ die Profis (u. a. Senta berger, Michael Gwisdek, Mario Adorf, Angela Winkler) improvisieren. Ein Fest! (bis 21.45)

"Terminal"
20.15 Uhr, Kabel 1

TRAGIKOMÖDIE von Steven Spielberg. Nach einem Putsch in seiner Heimat darf Tourist Viktor (Tom Hanks) weder New York betreten noch zurückreisen. Kurzerhand bleibt er am Flughafen... Pate stand die irre Geschichte eines Iraners, der achtzehn Jahre auf dem Pariser Flughafen lebte. (bis 22.50)


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