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"Bares für Rares" "Salon-Erotika" - diese Figur war einst Porno fürs Wohnzimmer

Bares für Rares: Rosenthal-Figur
Diese Rosenthal-Figur steht bei "Bares für Rares" zum Verkauf. In den 20er Jahren löste sie bei Männern Schnappatmung aus.
© ZDF
Eine spärliche bekleidete Figur steht bei "Bares für Rares" zum Verkauf. Die Darstellung einer Schlangentänzerin galt in den 20er Jahren als Erotika - und stand im bürgerlichen Wohnzimmer. Doch was ist sie heute wert?

"Ui, schön", sagt Horst Lichter über die grazile Dame. Jürgen Döbereiner kommt mit einer Porzellanfigur zu "Bares für Rares". "Die Schlangentänzerin stand bei meiner Oma auf der Kommode. Als Kinder hatten wir ein bisschen Angst davor", erklärt der 51-Jährige über das Erbstück. Vom Experten wüsste er gerne, wie viel die Statuette heute wert ist.

"Es handelt sich um Salon-Erotika", sagt "Bares für Rares"-Kunstexperte Colmar Schulte-Goltz. Die Figur sei 1923 von der Firma Rosenthal hergestellt worden. Es sei die elegante Darstellung einer Schlangentänzerin. "Für den damaligen Geschmack war das eine sehr erotische Abbildung", erklärt er. Die Tänzerin mit dem Namen "Salambo" sei nur spärlich bekleidet. "Man muss bedenken, das war ja für ein Wohnzimmer gemacht." Die handbemalte Figur sei in einem sehr guten Zustand. "Das ist sehr fein und schön gemacht."

"Bares für Rares"-Experte überrascht mit Schätzung

300 Euro wünscht sich Verkäufer Döbereiner für sein Porzellanstück. Doch Experte Schulte-Goltz geht höher. Wegen des guten Erhaltungszustandes liege seine Schätzung bei 480 bis 580 Euro. Ganz schön viel für eine Figur, die jahrelang in Omas Vitrine stand. Zufrieden will Döbereiner sein Glück bei den Händlern probieren.

Bares für Rares: Moderator Horst Lichter

Im Händlerraum findet die "Salon-Erotika" sofort Fans. "Das ist ein Traum, weil die Fingerchen sonst so leicht abbrechen", sagt Wolfgang Pauritsch. Julian Schmitz-Avila startet mit 120 Euro, doch auch Walter "Waldi" Lehnertz hat Interesse und bietet 130 Euro. Elke Velten Tönnies wagt den Sprung, geht erst auf 200 und dann auf 300 Euro. Doch dafür will Döbereiner noch nicht verkaufen. "Dafür hängt mein Herz zu sehr dran", sagt der Familienvater. Selbst für 350 Euro will er die Schlangentänzerin nicht hergeben. Dabei ist das mehr als zuvor sein Wunschpreis war. Das Geschäft scheitert.

Unglücklich ist der Verkäufer trotzdem nicht. "Jetzt bekommt die Figur einen Ehrenplatz zuhause."

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