Bayerischer Rundfunk "Stoiber ist zurückgetreten"


Peinliche Panne beim Bayerischen Rundfunk: Während der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber in Kreuth um sein politisches Überleben kämpft, strahlte der Sender schon einen Nachruf auf ihn aus. Der Beitrag habe der "Überbrückung der Wartezeit" gedient.

Dem Bayerischen Fernsehen in der Berichterstattung über die CSU-Krise eine peinliche Panne unterlaufen: Während einer Live-Sendung zum Machtkampf bei der Klausurtagung in Kreuth strahlte die ARD-Anstalt in der Nacht einen politischen Nachruf auf Ministerpräsident Edmund Stoiber aus. In dem Beitrag in der BR-Sendung "Rundschau Extra" hieß es fälschlich, der Ministerpräsident sei bereits offiziell zurückgetreten. "In der Hektik der Live-Sendung ist ein falscher Beitrag gesendet worden. Das ist eine höchst bedauerliche Panne, die nicht zu entschuldigen ist", erklärte der Chefredakteur des BR-Fernsehens, Sigmund Gottlieb. Mit dem Beitrag sollte die Wartezeit bis zur nächtlichen Pressekonferenz mit Stoiber nach der CSU-Fraktionsklausur in Wildbad Kreuth überbrückt werden.

Der Beitrag sei "eine Art Rückblick" auf Stoibers Karriere gewesen, sagte eine BR-Sprecherin. Er sei für den Fall seines Rücktritts bestimmt gewesen. Im Zusammenhang mit der Spitzelaffäre um die Fürther Landrätin Gabriele Pauli habe es geheißen: "Am Ende stolpert Stoiber über einen seiner Mitarbeiter."

Gegen Ende des Beitrags wurde sogar gesagt, Stoiber sei von seinem Amt als Ministerpräsident zurückgetreten. Die Sprecherin berichtete, daraufhin hätten Zuschauer angerufen. Auch am Mittwoch gingen nach Angaben der Sprecherin noch Anrufe ein. Aus der bayerischen Staatskanzlei habe sich aber noch niemand gemeldet. Stoiber und die CSU-Landtagsfraktion hatten sich in der Nacht zu Mittwoch nach stundenlangen, zähen Diskussionen darauf geeinigt, die Entscheidung über den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 erst auf einem CSU-Parteitag im September zu treffen.

AP AP

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