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Brigitte Nielsen: "Immer geradeaus. Keine Bremsen."

Mit Bravour hat Brigitte Nielsen das Camp absolviert und ist Dschungelkönigin geworden. Im stern.de-Interview erzählt sie vom Lagerleben, männlichen Miezekätzchen und Testikeln zum Abendbrot.

Von Ingo Scheel

Eure Majestät, herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Dschungelkrone – wie ist das Gefühl als frischgebackene Königin?
Ja, danke. Mein Goooott, ich glaube es nicht. Ich bin so froh.

Haben Sie mit dem Gewinn gerechnet?
Nein, ich habe das nie erwartet. Nach einer Woche, als die ersten Kandidaten das Camp verlassen mussten, dachte ich, jetzt bin ich dran. Jeden Tag wieder. Und dann, oh mein Gott, war ich im Finale. Und am Morgen danach hab ich mir gesagt: Du bist Brigitte, die neue Königin des Dschungelcamps. Ich bin so, so froh und begeistert. Ich habe nie gedacht, dass die deutschen Zuschauer so viel für mich anrufen würden.

Warum haben die Zuschauer Sie wohl gewählt?
Wenn ich in den letzten zehn Jahren in Deutschland präsent war, dann war immer viel Schminke im Spiel. Diesmal haben sie vielleicht ein anderes Gesicht von mir gesehen. Den ganz normalen Menschen, eine Frau mit vier Kindern. Ich lache wie alle anderen, und wenn ich Schmerzen habe, dann fühle ich das genauso wie jeder andere auch. Ich bin ganz einfach und normal. So kann man eben auch bleiben. Zum anderen bin ich einfach eine motivierte Person. Ich liebe es, wenn man positiv ist und ich habe Leute im Camp gesehen, die nur sagten: Ach, das kann ich nicht. Ich will nach Hause. Ich habe gedacht "Oh, mein Gott". Wir wussten doch alle, dass das Dschungelcamp schwer sein würde. Du hast maximal 16 Tage in diesem Lager und du musst mindestens alles probieren und alles geben.

Haben Sie sich auf den Aufenthalt vorbereitet?
Nein, kann man sich auf etwas vorbereiten, was man so gar nicht kennt? Ich weiß nicht. Die einzige Vorbereitung war, dass ich mir gesagt habe: Ich gehe da hinein und will alles probieren. Wenn es geht – super. Wenn nicht, dann habe ich zumindest alles versucht und hundert Prozent gegeben. Die letzte Dschungelprüfung zum Beispiel. Das war ganz schwer. Ich habe vorher gesagt, du kannst mir Schlangen, Spinnen oder Skorpione geben – alles kein Problem. Aber Anus essen, Hoden und lebende Würmer. Schlimm. Aber: Ich habe es getan und es war okay. Nicht einfach, diese letzte Dschungelprüfung mit den balls von dem Truthahn. Ich kann dir sagen. Aber ich habe meine vier Sterne geholt und den Zuschauern gezeigt, dass es geht. Und ich habe wieder etwas über mich gelernt.

War es sehr schwer, mit Leuten wie Vincent Raven oder Ramona Leiß auf engstem Raum zu leben?
Oh ja, aber ich sage dir: Es ist besser, solche Personen im Lager zu haben als zum Beispiel jemanden wie Ailton. Die ersten acht Tage ging das nur: "Ach, ich kann es nicht machen. Ich vermisse meine Familie. Ich will nach Hause." Das war so "Oh, mein Gott". Er war mal ein Star-Fußballer und ist jetzt nur noch eine Pussycat, ein Miezekätzchen. Nur Rocco war stark, alle anderen haben ständig gejammert. Heimweh, zuviel Hunger, dies und das. Mein Gott. Deswegen bin ich froh, dass in diesem Jahr genug Frauenpower da war.

Sie hatten auch am Schlusstag noch jede Menge Energie – wie haben Sie das gemacht?
Man macht es einfach. Du musst es durchziehen. Es regnet die ganze Zeit. Immer. Alles ist nass, alles ist schmutzig. Impossible. Aber du kannst nicht sagen: Ich höre auf. Du musst dich motivieren und weitermachen. Du musst dich entscheiden: Bist du negativ oder positiv? Meine Meinung: Wenn du da bist, musst du positiv sein. Wenn du das nicht kannst, dann musst du zu Hause bleiben. Es waren einfach Leute dabei, die waren zu schwach. Ich bin nicht so.

Wie fällt Ihr Fazit aus?
Ich bin ganz glücklich und zufrieden mit mir, das ausprobiert zu haben. Auch all diese Dinge gegessen zu haben. Ich habe es immer geliebt, Chancen wahrzunehmen und Risiken einzugehen. Ich habe hier ein gutes Gesicht gezeigt und ich habe eine tolle Zeit mit den verschiedensten Charakteren verbracht. Das Leben in diesem Dschungel, unter dem Himmel, im Regen – das war gut für mich. Ich bin eine bessere Person jetzt. Ich hab ein tolles Detox-Programm durchgezogen. Mein Deutsch hat sich verbessert. Und ich bin Dschungelkönigin.

Sind Freundschaften im Camp entstanden?
Ich habe meine E-Mail-Adresse auf jeden Fall weitergegeben. Wenn man Filme dreht, heißt es hinterher immer: Wir müssen unbedingt in Kontakt bleiben, und dann hört man nie wieder etwas voneinander. Diesmal könnte es anders sein. Rocco und Kim finde ich ganz süß, Ramona ist interessant. Man wird sehen. Ich hoffe auch, dass ich bald wieder in Deutschland bin, um dort zu arbeiten und vor allem, um mich bei den Menschen zu bedanken, die für mich gestimmt haben.

Wann wird das sein?
So soon, mein Lieber, sehr bald, aber ich habe viel zu tun. Ich bin in Kopenhagen zu Dreharbeiten, dann geht es um die Veröffentlichung meines Buches, da muss ich Promotion machen. Dann geht es zurück nach Los Angeles, dann komme ich nach Deutschland. Es gibt viel zu tun. Kein Gedanke an Urlaub. Immer geradeaus. Keine Bremsen.