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Dschungelcamp, Tag 2 Zeckenfieber, Bettflucht, Spatzenhirne – Glööcklers Therapie auf dem Pulverfass

Wenn sich die Sinnfrage stellt, Harald blickt auf sein Leben.
Wenn sich die Sinnfrage stellt, Harald blickt auf sein Leben.
Das Kudu-Gemächt ist kaum verdaut, da gibt es im Camp die nächsten Brocken zu schlucken. Janina wird gebissen, Jasmin plant eine Musik-Karriere und Harald, der Große, blättert tränenreich im Familienalbum. Und abgeseilt werden muss auch endlich mal.
Von Ingo Scheel

Im Prinzip können die Hallen schon gebucht werden. Sind sie womöglich sogar schon, das wird wohl alles ganz schnell gehen mit der Pop-Karriere von Jasmin Herren. Die Willi-Witwe spricht von Tour-Plänen, eigener Musik, Manuel wird direkt ganz flickerig und würde am liebsten sofort Tickets kaufen, einen Augenblick später stutzt sogar der grundoptimische Charming-Prinz. Einen Song habe sie bislang geschrieben, einen!  „Du lebst in mir für immer“ oder so ähnlich heißt das Stück, ein erstes Live-Date steht auch schon fest, in Hamm. Was für ein Hammer. Bitte vormerken!

Mischung aus Familienaufstellung und „Squid Game“

Tag 2 beginnt mit den Vorbereitungen fürs Abendbrot und da geht es binnen Minuten direktemang hoch her, wie eine Mischung aus Familienaufstellung und „Squid Game“. Harald und Linda streiten sich über die Garzeiten von Reis und Bohnen, bzw. Bohnen und Reis, wie Peter Althof sich jetzt bereits als eine Art Zwischenwelt-Fips Asmussen reinkniet. Linda hasst sowas, also echt jetzt, sie hasst es. Sie hasst es wirklich. Verdammt nochmal, da ist Hass im Spiel. Womöglich hätte sich an der Bohnenpfanne noch mehr Kontro entzündet, hätten Janina und Filip sich nicht parallel dazu in die Köpfe gekriegt.

Woran das wiederum aufbricht, wird nicht so ganz klar. Filip würde gern mal woanders knacken. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ihm Tara nach nur 48 Stunden bereits den Schoß plattsitzt. Love Story, könnte man jetzt munkeln, aber die beiden wirken in diesem Seviervorschlag von einem Tête-à-Tête als hätte der eine den anderen auf einer Buddelparty beim Flaschendrehen gewonnen. Irgendwann erfahren wir, dass Janina wohl gebissen wurde, von einer Zecke. Sie hat „Zeckenfiebeeeer“, zwei Tabletten gekickt und möchte an einem Abend wie diesem einfach nicht diskutieren. Schluss, aus, Ende. Wenn das doch nur in das „Spatzenhirn“ von Filip hineinginge. Der fürchtet nun, man wolle ihn rausekeln, dabei ist er doch einfach nur „ein lockerer, sympathischer, leicht verpeilter Typ“.

Harald und die Pussy-Zone

Ein bisschen ergiebiger ist da schon Harald G-Punkt, der den verdatterten Beisitzern offenbart, schon mal „bis an die Pussy“ geküsst zu haben, richtiges Bumsen aber lieber jemand anders überlässt. Rührend wiederum Manuel, der daraufhin gesteht, auch schon mal Verkehr mit einer Frau gehabt zu haben, Briefverkehr nämlich. Mit Bettina. Liebe Grüße aus Südafrika an alle Bettinas, von Manuel und von mir. Überhaupt Harald Glööckler, hier wurde es schon nach sehr kurzer Zeit noch ein Stück privater als beim kurzen Vagina-Monolog.

Da war plötzlich von seinen Mann zuhause die Rede, über 70, mental wohl zur Zeit etwas schwerfällig und der Schimpf-Paralyse zugeneigt. Im Sprechzimmer schließlich ein erstes Träänental, als der Modezar sich an die grausamen Zustände in seinem Elternhaus erinnerte. Musste alles wegschieben, rieten ihm später Anouschka und Janina. Genau das wolle er jedoch nicht, vielmehr sei er angetreten, um das Trauma seiner Kindheit zu verarbeiten. Wissen wir ja alle – wo geht man am besten hin für eine dufte Familientherapie? Genau, ins Dschungelcamp.

Dschungelcamp-Teilnehmerin Tara zeigt ihre Luxus-Suite in Südafrika

Gerupftes Hühnchen

Auch Anouschka Renzi hat die Gegebenheiten des Camps, so scheint’s, noch nicht vollends verinnerlicht, fühlt sich stattdessen wie ein Hühnchen, das man auf der Autobahn überfahren hat. Nachvollziehbar ist das durchaus, nicht zuletzt weil sie zuweilen auch genau so klingt. „Hättste mal gucken müssen, was das hier ist“, der trockene Kommentar von Jasmin Herren. Vielleicht schreibt sie ja ihren nächsten Song darüber. Den zweiten dann. Was La Renzi angeht, führte der Weg sie schließlich in die Dschungelprüfung. „Mutti, bring Essen mit nach Hause, wir haben Hunger“, so schallte es ihr hinterher. Immerhin vier Sterne ertauchte sie im Anschluss in einer zugebenermaßen echt knackigen Prüfung, das sogenannte „Aquälium“ eine Art Houdini-Gedenkkäfig auf klaustrophobie-freundlichem Tauchgang mit aller Getier drumherum. Immerhin gab es diesmal keinen haarigen Schwanz zu mampfen.

Der offizielle Podcast zur Show:

Der Rest ist relativ schnell erzählt: Dr. Bob, Daniel und Sonja fühlen sich schon fast wie zuhause. Eric geht davon aus, dass hier wohl mal einen abseilen müssen. (Vorsicht mit den Desinfektionstüchern). Und Manuels Tanzmove während der Telenummern-Einblendung ist jetzt schon eine Alltime-Lieblingsszene und wird leidenschaftlich nachgedanced. Geprüft wird natürlich auch weiterhin, im kurzen Einspieler gab es abgehackte Schafsköpfe und allerlei anderes Unappetitliches zu sehen. Janina und Linda dürfen sich in trauter Zweisamkeit aus nächster Nähe ein Bild davon machen. Das wird fein. Das Schlusswort gehört dem Harald, dem Glööckler: „Wir sitzen auf einem Pulverfass, die Lunte ist gezündet“.


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