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Dschungelcamp 2015: Welches Aschenputtel werden wir diesmal lieben?

Unter den elf Dschungelcamp-Kandidaten findet sich kein Topstar. Das muss für die Show nichts Schlechtes bedeuten: Am meisten berühren uns Teilnehmer, die im TV eine Entwicklung hinlegen.

Von Carsten Heidböhmer

Er selbst war wohl am meisten überrascht: Der zuvor nahezu unbekannte Joey Heindle gewann 2013 das Dschungelcamp

Er selbst war wohl am meisten überrascht: Der zuvor nahezu unbekannte Joey Heindle gewann 2013 das Dschungelcamp

Das Kandidatenfeld fürs Dschungelcamp 2015 war gerade erst von der "Bild"-Zeitung verkündet, da waren schon die ersten Fans enttäuscht. Kein wirklicher Topstar dabei - das kann doch nichts werden. Und diese Kritiker haben ja nicht Unrecht: Waren in den vergangenen Jahren mit Helmut Berger, Mathieu Carrière, Rainer Langhans, Winfried Glatzeder oder Brigitte Nielsen prominente Persönlichkeiten zum Teil von Weltrang zugegen, sieht es heuer mau aus: "Glücksrad"-Moderatorin Maren Gilzer und Iffi Zenker aus der "Lindenstraße" sorgen schon für die höchsten Ausschläge auf der Promi-Skala. Der Rest: überwiegend Menschen, die ihren spärlichen Ruhm der Teilnahme an Soaps und Castingshows verdanken. Sara Kulka, Jörn Schlönvoigt, Angelina Heger, Aurelio Savina oder Tanja Tischewitsch - Namen, die bislang kaum jemand kennt und die wir spätestens sechs Wochen nach dem Camp wieder vergessen haben werden.

Und doch könnte die Stärke des diesjährigen Dschungelcamps gerade in der Häufung dieser No-Names liegen. Denn wenn man sich den Verlauf der Show in den vergangenen Jahren ansieht, wird man feststellen: Oft waren es gerade die zuvor unbekannten Personen, die uns am meisten bewegt haben. Über die wir in den Büros und Kneipen geredet haten. Die es geschafft haben, während der zwei Wochen im Camp eine Geschichte zu erzählen: vom Aufstieg eines Aschenputtels zum (Dschungel-)König der Herzen.

Überraschungssieger: Peer Kusmagk und Joey Heindle

So hätte im Januar 2013 niemand einen Pfennig auf den früheren "DSDS"-Kandidaten Joey Heindle gesetzt. Abgesehen davon, dass ihn fast niemand kannte: Dass der damals 19-jährige Bubi das Dschungelcamp gewinnt - damit konnte keiner rechnen. Zumal sich Heindle nicht gerade als hellste Kerze auf der Torte erwies. Doch was ihm an Allgemeinbildung und Gedankenschnelligkeit fehlte, machte er durch Herzenswärme wett. So eroberte damit die Sympathien der Zuschauer - die ihn folgerichtig zum Sieger der Show kürten.

Ein ähnlich spektakulärer Aufstieg gelang Peer Kusmagk, der aus dem Dschungelcamp 2011 als Sieger hervorging und dabei hochrangige Konkurrenten wie Rainer Langhans oder Mathieu Carrière ausstach. Während nämlich ein Langhans den halben Tag auf dem Kopf stand, ansonsten aber mit kaum jemandem sprach, und sich Carrière als Intrigant entpuppte, zeigte der zuvor blasse Kusmagk eine altmodische Tugend: Courage. So eroberte er die Herzen von Millionen Zuschauern.

Es geht nicht um dauerhaften Ruhm

Dass die beiden, Heindle wie Kusmagk, mit ihrem Sieg keinen dauerhaften Ruhm erringen konnten und schon längst wieder dem Vergessen anheimgefallen sind - geschenkt. Denn darum geht es bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" gar nicht. Der Reiz der Show liegt in etwas ganz anderem: dass ein Mensch zeigt, was in ihm steckt.

Der Weltstar, der sich im Camp als Arschloch oder Langweiler entpuppt - das mögen die Zuschauer selten. Der Nobody, der trotz der Entbehrungen im Dschungel über sich hinauswächst und Größe zeigt, hat gute Karten. Deswegen haben auch Sarah Knappik und Larissa Marolt vom Dschungelcamp profitiert. Auch wenn es nicht ganz zum Sieg reichte: Sie konnten beweisen, dass hinter ihrer verwöhnt-zickigen Fassade ein gutes Herz schlummert.

Insofern lässt die Besetzung der neuen Show nur Gutes hoffen: Unter den elf Kandidaten sind jede Menge potenzielle Aschenputtels.