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"Ich bin ein Star – Holt mich hier raus" Dass das Dschungelcamp stattfindet, grenzt an ein Wunder – warum die Erwartung noch nie so groß war

Dschungelcamp 2022
Dschungelcamp 2022: Dabei sind (obere Reihe von links) Eric Stehfest, Linda Nobat, Janina Youssefian, Filip Pavlovic, Jasmin Herren. Lucas Cordalis fällt vorerst krankheitsbedingt aus. Außerdem: Tara Tabitha, Peter Althof, Harald Glööckler, Anouschka Renzi, Manuel Flickinger und Tina Ruland.
© RTL
Es gibt dieser Tage wenig, was die Menschen aufheitert. Das Wetter ist wechselhaft, der Januar zieht sich wie Kaugummi, die Inzidenzen schnellen in die Höhe. Hoffnung macht – wie so oft – das Dschungelcamp.

Es wirkt fast absurd: Die Corona-Inzidenzen in Deutschland erreichen Rekordwerte, als nicht Infizierter gehört man fast zur Ausnahme. Und gleichzeitig bereiten sich elf mehr oder minder prominente Deutsche darauf vor, es mit einer Ladung Kakerlaken, Reis und Bohnen aufzunehmen. Das Dschungelcamp startet, nachdem es im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht in der gewohnten Form stattfinden konnte. 

Dschungelcamp 2022 grenzt an ein Wunder

Bis Herbst vergangenen Jahres war nicht sicher, ob "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus" erneut abgesagt werden müsse. Das eigentliche Austragungsland – Australien – lässt noch immer kaum jemanden über die Grenzen. Im Oktober dann die große Ankündigung: Das Camp wird stattfinden. Weder in Australien, noch in Deutschland, sondern in Südafrika. Dort, wo die Australier ihre Version der Show drehen. Kurz darauf der Schock: In dem Land wurde die Omikron-Variante festgestellt. Einreisebedingungen wurden verschärft, die Panik war riesig. Doch der Sender RTL hielt am Drehort fest und erhöhte Quarantäne-Regelungen. 

Jetzt geht es tatsächlich los und es grenzt fast an ein Wunder, dass mit Lucas Cordalis nur ein Camper wegen einer Corona-Infektion ausfällt. Eines ist kurz vor Show-Start klar: In diesem Jahr fällt die Verantwortung der Stars größer aus als in normalen Jahren. Schlafen die oft selbsternannten Stars die zwei Wochen im Urwald konsequent auf ihren Pritschen durch, können selbst die scharfzüngigen wie klugen Witze von Sonja Zietlow und Daniel Hartwich wenig ausrichten. Und was Trash-TV-Deutschland, gebeutelt von zwei Jahren Pandemie jetzt am wenigsten braucht, ist, elf Promis beim Pennen zuzuschauen.

Die Stars müssen liefern

Doch die aktuelle Besetzung macht Hoffnung. Janina Youssefian sagte bereits 2016 im stern-Interview: "Die Zuschauer wollen Spaß haben und unterhalten werden. Stress haben die genug. Entweder gehst du rein und lieferst, oder du popelst in der Nase." Mit Dschungelshow-Wild-Card-Gewinner Filip Pavlovic zieht außerdem jemand ein, der schon in anderen Reality-Formaten bewiesen hat, dass er für ausgelassene Stimmung sorgen kann. "GZSZ"-Star Eric Stehfest ist derweil jemand, der seine Lebensgeschichte und Drogenvergangenheit am Lagerfeuer ausbreiten kann. Für eine Prise Dramatik wäre also schon gesorgt. Die Influencerinnen Tara Tabitha und Linda Nobat erfüllen währenddessen die enorm stereotypen Zicken-Rollen. 

Der Auftrag ist also klar: Glööckler, Youssefian, Pavlovic und wie sie alle heißen müssen liefern. Tun sie das nicht, dürfte die Geduld der Fernsehzuschauer schnell aufgebraucht sein. Man hat schließlich keine Zeit, seine ohnehin schon reduzierte Energie in etwas zu investieren, was wenig Spannung verspricht. Erfüllen sie die an sie gestellten Erwartungen, kann das Dschungelcamp genau das liefern, was viele Deutsche gerade am dringendsten nötig haben: Eskapismus. Denn wenig dürfte die Zuschauer gerade mehr aufheitern als eine Portion Entertainment und Schadenfreude – Letzteres ohnehin ein deutsches Phänomen, das zu "Ibes"-Zeiten ungeahnte Höhen erfährt. Wir wären bereit – liebe Stars: Macht was draus, wir zählen auf Euch. 


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