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Vierter Tag im Dschungelcamp: Wer kann Sarah stoppen?

Das Dschungelcamp wird zur großen Sarah-Show: Das neurotische Model nervt die Teilnehmer immer mehr. Die Zuschauer machen sich dagegen den Spaß und wählen sie immer wieder für die Dschungelprüfung. Wie lange geht das noch gut?

Von Björn Erichsen

Die Schlussszene verrät alles über die Stimmung im Camp: Soeben hat Moderator Dirk Bach den am Lagerfeuer versammelten Dschungelcampern mitgeteilt, dass die vom Publikum Auserwählte für die nächste Dschungelprüfung selbstverständlich Sarah Knappik heißt. Die Reaktionen darauf: fröhlich bis ausgelassen. Katy Karrenbauer lächelt nur zaghaft, Peer Kusmagk versucht, sein breites Grinsen hinter seinen Händen zu verbergen, Mathieu Carrière applaudiert ganz offen. Für Sarah ist es die dritte Nominierung am vierten Tag im Camp. Rekordverdächtig.

Auch am Montagabend ist das Dschungelcamp eine einzige Sarah-Show: Erst informiert sie ihre verdutzten Mitinsassen davon, dass sie das Lager verlassen wolle ("Mein Körper schmiert hier ab, ich muss auch mal an mich denken."). Stattdessen nimmt sie dann doch an der Dschungelprüfung teil, behauptet aber, sie sei Vegetarierin und schiebt daher ihrem Mit-Prüfling Jay Khan diverse Portionen Rattenhirn und Hirschhoden rüber. Nachdem der tapfer alles in sich hinein gestopft hat, lässt sie ihn ein weiteres Mal wissen, dass ihre Dschungelprüfung am Vortag die "schwerste von allen" gewesen sei - und sucht sich dafür ausgerechnet jenen Moment aus, in dem der kreidebleiche Modellathlet kopfüber im Dschungel steht und versucht, sich der letzten Hirschhodenbrocken zu entledigen.

Anzeige wegen Körperverletzung

So wie Sarah über den Bildschirm irrlichtert, drängt sich dem Zuschauer die Frage auf: Ist die so doof, oder tut sie nur so? Bekommt sie nicht mit, dass sie alle nervt, oder steckt sogar Strategie dahinter? Was in ihr steckt, hat die 24-jährige Bochumerin bereits in der "Topmodel-WG", Heidi Klums Resterampe, bewiesen: Da bekam Sarah von einer Mitbewerberin beinahe eins mit der Bratpfanne übergezogen, nachdem sie sie zuvor mit einer Gurke beworfen hatte. Diese bizarre Zickenschlacht vor laufender Kamera gipfelte in einer gegenseitigen Anzeige wegen Körperverletzung.

Früher hing dem Dschungelcamp der Ruf an, neben den Ekelprüfungen vor allem aus lahmem Lagerfeuer-Gelaber zu bestehen. Davon kann keine Rede mehr sein, RTL forciert Sarahs mediale Kernschmelze. Gut 45 Minuten des einstündigen Zusammenschnitts gehören ihr. Angeblich hat sich nun auch Topmodel-Prolette Gina-Lisa Lohfink gemeldet: Sie hat wohl RTL gesagt, dass die Sarah sagen sollen, dass sie nicht mehr sagen darf, dass sie den tollen Spruch "Zack, die Bohne" zuerst gesagt hat. Oder so ähnlich.

Langhans in Rage

Die anderen Teilnehmer dagegen müssen sich mehr abmühen für ein bisschen Bildschirmpräsenz: Dass Eva Jacob eine Klorolle als lustigen Lockenwickler benutzt, erfährt nur, wer die RTL-Pressemitteilung liest. Selbst eine unter Normalbedingungen abendfüllende Frage wie "Sind Indiras Brüste echt?" wird in gerade mal einer Minute dreißig abgehandelt, und das inklusive Anfassen durch "Knastlesbe" Katy Karrenbauer. Die wiederum versucht seit Tagen vergeblich, mit ihrer Handpuppe, dem Dschungelpsychologen "Dr. Heiner Molch", ein bisschen Sendezeit zu ergattern. Das hat vor lauter Sarah-Mania kaum jemand mitbekommen, man sieht sie nur hin und wieder mit einer roten Socke an der Hand herumlaufen.

Als richtiger Psychologe versuchte sich dann noch Camp-Guru Rainer Langhans, doch auch er kapitulierte vor Sarahs Dickschädel. Ihre Art sei asozial, und sie sei "ein ganz trauriger Mensch", redete sich der friedliebende Alt-68er in Rage - immerhin ein Mann, der seit Jahren mit seinen Haremsfrauen in einer Art permanentem Problemgespräch lebt und sich im Dschungel noch nicht einmal von 30.000 Kakerlaken schrecken ließ. Doch Sarah schaffte auch ihn.

Es könnte gut sein, dass sie das Camp noch innerhalb der ersten Woche verlassen wird. Nach der dritten Nominierung in Folge hat selbst Sarah mit ihrer selektiven Wahrnehmung mitbekommen, dass die Zuschauer sie am liebsten dann sehen, wenn sie leidet. Und die Genugtuung der anderen Dschungelcamper war auch nicht zu übersehen. Einzig RTL würde ihren Auszug gern hinauszögern. Doch wer weiß: Vielleicht hat der Kölner Sender ja längst Gina-Lisa Lohfink eingeflogen, die nun vor dem Camp lauert, um Sarah zu stoppen. Bereit, in einem gigantischen Zickenkrieg für ihr Lebenswerk zu kämpfen: Zack, die Bohne!