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Emmys 2014: "Breaking Bad" ist der große Abräumer

Kein Mut bei den Emmys: Wie im Vorjahr hat die düstere US-Serie "Breaking Bad" den Preis für das beste Drama gewonnen. Auch mehrere Darsteller wurden ausgezeichnet.

Die Kultserie "Breaking Bad" ist erneut mit dem Emmy in der Kategorie bestes Drama ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung der US-Fernsehpreise am Montagabend in Los Angeles wurde mit Bryan Cranston auch der Hauptdarsteller der düsteren Serie um einen krebskranken Chemielehrer, der zum Drogenhersteller wird, ausgezeichnet. Zudem erhielten Aaron Paul und Anna Gunn aus dem "Breaking Bad"-Team die Emmys als beste Nebendarsteller. Die Television Academy setzte damit auf Altbewährtes, neue Favoriten wie die Netflix-Serie "House of Cards" oder "True Detective" gingen überraschenderweise so gut wie leer aus.

Weil die letzte Staffel "Breaking Bad" bereits im vergangenen Jahr lief und sich lediglich durch einen Trick erneut qualifizierte - die Macher teilten sie in zwei Hälften auf - wirkte der Preisregen auf viele Zuschauer übertrieben:

Denn eigentlich hatte "Breaking Bad" schon im Vorjahr - mit quasi genau der gleichen Staffel - ihre Abschiedsparty: Bestes Drama ging an sie und Cranston heimste sogar schon den vierten Emmy ein. Durch seinen Sieg verpasste Schauspielerkollege Matthew McConaughey die Chance, Filmgeschichte zu schreiben: Er hätte der erste Schauspieler sein können, der in einem Jahr Oscar ("Dallas Buyers Club") und Emmy ("True Detective") als bester Hauptdarsteller gewinnt.

Beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie wurde Julianna Margulies für ihre Auftritte in "The Good Wife". Die von Kritikern sehr gelobte Serie wurde in den vergangenen Jahren oft übersehen. Der Preis war deshalb überfällig und wurde sogar von Margulies' Konkurrentin Kerry Washington aus "Scandal" gefeiert:

Ein spektakulärer Kuss

Auch im Comedy-Bereich wenig Neues: Zum fünften Mal in Folge wurde "Modern Family" als beste Comedy ausgezeichnet. Genauso in der Kategorie beste Hauptdarstellerin in einer Comedy: Julia Louis-Dreyfus erhielt den Preis zum dritten Mal in Folge. Langweilig war die Ehrung bei ihr trotzdem nicht - Bryan Cranston überrumpelte sie mit einem Kuss, um ihr zu beweisen, dass sie sich aus der Serie "Seinfeld" in den 90er Jahren kennen.

Ein Kuss sollte die Erinnerung auffrischen: Bryan Cranston knutscht Julia Louis-Dreyfus.

Ein Kuss sollte die Erinnerung auffrischen: Bryan Cranston knutscht Julia Louis-Dreyfus.

Und ja, Julia Louis-Dreyfus war nach dem Kuss überzeugt: Sie kennt Bryan Cranston aus "Seinfeld". Und ja, auch damals haben sie geknutscht.

Heidi Klum verpasst zweiten Emmy

Ex-Supermodel Heidi Klum ging ebenfalls leer aus. Nach ihrem Sieg im vergangenen Jahr ging der Preis in der Kategorie beste Moderation diesmal an Jane Lynch - nicht an Klum und Comoderator Tim Gunn für ihre Sendung "Project Runway". Darin scheuchen Klum und Gunn Nachwuchsdesigner durch die Show, die innerhalb kurzer Zeit eine Mode-Linie auf die Beine stellen müssen.

In bewegenden Worten erinnerten mehrere Schauspieler bei der Veranstaltung an ihren Kollegen Robin Williams, der vor zwei Wochen gestorben war. So würdigte Billy Crystal den Verstorbenen als den "strahlendsten Stern am Komödien-Himmel" und sprach auch über seine persönliche Freundschaft mit ihm:

Die Emmys gelten als wichtigster Fernsehpreis der Welt und als Oscars der Fernsehbranche. Zu ihrer Verleihung versammelte sich in Los Angeles alles, was Rang und Namen hat. Nur die "Sherlock"-Darsteller Benedict Cumberbatch und Martin Freeman tauchten nicht persönlich auf. Dabei gewann die BBC-Serie drei Emmys: Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie/Movie ging an Cumberbatch, beste Nebenrolle in einer Miniserie/Movie an Freeman und Steven Moffat wurde für ein Drehbuch ausgezeichnet.

Die Emmy-Gewinner in den wichtigsten Kategorien:

Beste TV-Serie: "Breaking Bad"
Hauptdarsteller TV-Serie: Bryan Cranston, "Breaking Bad"
Hauptdarstellerin TV-Serie: Julianna, "The Good Wife"
Nebendarsteller TV-Serie: Aaron Paul, "Breaking Bad"
Nebendarstellerin TV-Serie: Anna Gunn, "Breaking Bad"
Drehbuch TV-Serie: Moira Walley-Beckett, "Breaking Bad"
Regie TV-Serie: Cary Joji Fukunaga, "True Detective"

Beste Comedy

: "Modern Family"
Hauptdarsteller Comedy: Jim Parsons, "The Big Bang Theory"
Hauptdarstellerin Comedy: Julia Louis-Dreyfus, "The Veep"
Nebendarsteller Comedy: Ty Burrell, "Modern Family"
Nebendarstellerin Comedy: Allison Janney, "Mom"
Drehbuch Comedy: Louis C. K., "Louie"
Regie Comedy: Gail Mancuso, "Louie"

Beste Miniserie

: "Fargo"
Hauptdarsteller Miniserie oder Spielfilm: Benedict Cumberbatch, "Sherlock: His Last Vow"
Hauptdarstellerin Miniserie oder Spielfilm: "American Horror Story: Coven"
Nebendarsteller Miniserie oder Spielfilm: Martin Freeman, "Sherlock: His Last Vow"
Nebendarstellerin Miniserie oder Spielfilm: Kathy Bates, "American Horror Story: Coven"
Drehbuch Miniserie oder Spielfilm: Stephen Moffat, "Sherlock: His Last Vow"

Bester Spielfilm

: "The Normal Heart"

Eine vollständige Liste mit allen Emmy-Gewinnern finden Sie hier.

mad/AFP/DPA/sst / DPA