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Hartmann wettert gegen die ARD Waldi hört beleidigt auf

Weil er sich nicht gewürdigt fühlt, macht Waldemar Hartmann Schluss mit "Waldis Club". Den Verantwortlichen bei der ARD drohte der TV-Moderator - mit seiner Autobiographie.

Dass es um die Beziehung zwischen Fernseh-Moderator Waldemar Hartmann und den ARD-Bossen nicht zum Besten steht, ist ein alter Hut. Aber nun scheint das Tischtuch endgültig zerschnitten: Hartmanns Fernsehtalk "Waldis Club" steht vor dem Aus. "Die Sendung wird es im Ersten nicht mehr geben", sagte Hartmann dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Als Grund nannte der 64-Jährige, dass die ARD seinen Vertrag nur um ein Jahr statt wie bisher um zwei Jahre verlängern wollte. Der "Welt am Sonntag" erklärte der Moderator: "Nach 32 Jahren wollte ich nicht durch den Hinterausgang gehen. Deshalb war mir wichtig, dass ich die Entscheidung treffe."

Ursprünglich sollte "Waldis Club" ab September im Anschluss an die WM-Qualifikationsspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft gezeigt werden. Bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr wäre die Sendung allerdings mitten in der Qualifikation eingestellt worden. "Das wäre genauso, als wenn man die Übertragung eines Fußballspiels nach der Halbzeit abbrechen würde", meinte Hartmann.

Zudem sieht der prominenteste Ex-Schnauzbartträger Deutschlands seinen Zuschauerzuspruch nicht ausreichend gewürdigt. Er habe "regelmäßig drei Millionen Menschen" vor dem Fernseher versammelt. "Da wäre es doch normal gewesen, dass ich von den Verantwortlichen des Ersten wenigstens eine SMS oder ein Fleißkärtchen mit zwei Zeilen bekomme."

Der ursprünglich vom Bayerischen Rundfunk kommende Hartmann machte auch keinen Hehl aus seinem schlechten Verhältnis zu WDR-Sportchef Steffen Simon. "Üblich ist es, dass der Kommentator in der 80. Spielminute ordentlich Werbung macht für 'Waldis Club' im Anschluss. An dem Abend, an dem er im Einsatz war, hatte ich Spitzengäste. Anne Will, den künftigen 'Tatort'-Kommissar Til Schweiger und Fredi Bobic. Die hätte man groß anpreisen können. Steffen Simon sagte stattdessen einfach: 23.30 Uhr, 'Waldis Club'". Die beiden seien "noch nie die besten Freunde" gewesen. Hartmann finde es jedoch "bizarr, dass Simon ein Format der ARD so beschädigt".

Der zuständige Sprecher Walter Kehr bestätigte die Meldung am Sonntag: "Herrn Hartmanns Entscheidung ist sehr bedauerlich." Der Moderator kündigte nun an, seine Erfahrungen mit der ARD in seinen Memoiren verarbeiten zu wollen.

val/jwi/AFP/DPA DPA

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