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Facebook-Posting: So böse kommentiert Jan Böhmermann die erneute Merkel-Kandidatur

Da hört der Spaß für Jan Böhmermann auf: Auf Facebook veröffentlicht der Satiriker einen langen Text, in dem er sich mit bitterer Ironie die erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel vornimmt.

Jan Böhmermann und Angela Merkel

Jan Böhmermann hat bei Facebook ein vor Ironie triefendes Statement zur erneuten Kanzlerkandidatur von Angela Merkel veröffentlicht

Til Schweiger hat offenbar etwas gegen Angela Merkel. Zumindest wenn es nach Jan Böhmermann geht. Denn Böhmermann unterschreibt einen Post, in dem er über Angela Merkels erneute Kanzlerkandidatur herzieht, mit "Euer Til Schweiger!!!". Im Text steckt vorher aber natürlich eine ganze Menge Böhmermann-Ironie. Und darum darf man wohl ruhig schlussfolgern: Dass Angela Merkel erneut als Kanzlerin kandidieren will, findet der Moderator gar nicht mal so gut. Mit Wohlwollen könnte man die Worte, die er für seinen längeren Text wählt, als nachdenklich bezeichnen. Tatsächlich scheint es aber eher Wut zu sein, die ihn treibt.

Schon der erste Satz trieft geradezu vor Spott: "Ich erinnere mich noch lebhaft und gerne daran, dass die letzten vier Jahre der Kanzlerschaft von Helmut Kohl die allerbesten waren." Um die Besetzung der Ämter des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers müsse man sich nun keine Sorgen mehr machen, das sei damit bereits alles geregelt: "Schon vor dem Superwahljahr 2017, da will man lieber nichts riskieren."

"Wer hat die schickeren Sakkos?"

Den möglichen SPD-Gegenkandidaten Sigmar Gabriel scheint Böhmermann als Konkurrenz für die Kanzlerin auch nicht wirklich ernst zu nehmen: "Werden sich die beiden Schlachtschiffe mangels gröberer programmatischer Differenzen eine Schlacht um Äußerlichkeiten liefern? Wessen Frisur ist geiler? Wer hat die schickeren Sakkos? Es wird so spannend!"

Für Böhmermann ist Merkel gegen Gabriel ein Duell, dass sich so anfühle "wie Hillary Clinton" - nämlich so inspirations- wie alternativlos. Aber, apropos Alternative, birgt es für den 35-Jährigen vor allem ein Problem: Es spielt der AfD in die Karten. Denn der mangelnde Konkurrenzkampf im politischen Establishment rufe automatisch die Rechtspopulisten auf den Plan: "Es klebt und bewegt sich nicht, und davon ernährt sich die AfD. Es sieht nicht so aus, als finge jemand demnächst mal an, selbstbewusst, offensiv und nahbar für seine Lösungen einzustehen."

Jan Böhmermann: "Euer Til Schweiger"

Zwischen den Zeilen scheint immer wieder durch, wie sauer Böhmermann ist - und am Ende macht ihm das offenbar selbst ein bisschen Angst: "Hoffentlich bin ich nur ein doofer Dampfplauderer und meine Ahnung, dass das alles wirklich so ist, wie es scheint, ist wirklich nur die Einbildung des sich selber überschätzenden Fernsehcomedians bei Facebook." Zur Sicherheit unterschreibt er seine Abrechnung daher dann auch mit: "Euer Til Schweiger" und zahlreichen Ausrufezeichen.


tim