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"Das Jenke-Experiment" bei RTL: Jenke von Wilmsdorff: "Wir müssen was tun, sonst ersticken wir am Plastik"

Jenke von Wilmsdorff hat in einem Selbsttest veranschaulicht, wie gefährlich das Plastikproblem mittlerweile ist. Der 53-Jährige beleuchtet dabei viele verschiedene Aspekte – und hat am Ende eine klare Botschaft an die Zuschauer.

Jenke von Wilmsdorff im Plastik-Extrem-Experiment

Jenke von Wilmsdorff und sein neues Experiment bilden einen Schwerpunkt im Rahmen der Aktionswoche "Packen wir’s an!"

Plastik ist nicht gut für die Umwelt. Das wissen wir nicht erst seit den Massen-Demonstrationen am vergangenen Freitag. Mikroplastik ist aber auch gefährlich für unsere Körper – und hat viel mehr Einfluss darauf, als uns bewusst ist. Und: Plastik steckt in viel mehr Dingen, als man denken mag. Genau darauf will Jenke von Wilmsdorff in seinem neuen RTL-Experiment aufmerksam machen und die Dringlichkeit der Problematik veranschaulichen.

Unter dem Titel "Das Plastik in mir: Wie der Müll uns krank macht" zeigt der Reporter in einer 90-minütigen Sendung, die am Montagabend bei RTL ausgestrahlt wurde, dass man seine Augen nicht mehr verschließen darf: "Es könnte der Tag werden, an dem ich dem einen oder anderen die Augen öffne für ein Problem, das wir alle haben, das aber längst nicht allen bewusst ist", kündigt er sein neuestes Experiment an.

Jenke von Wilmsdorff macht vier Wochen lang den Plastik-Extremtest

Der Augen öffnende Moment für Wilmsdorf selbst: als er davon las, dass wir jede Woche über die Nahrung, über die Luft oder auch über Kosmetik Plastik in der Menge einer Kreditkarte zu uns nehmen. Um dieses Problem zu veranschaulichen, startet der 53-Jährige wieder einen Selbstversuch: "Wie entwickelt sich das, wenn ich es vier Wochen lang auf die Spitze treibe?" Soll konkret heißen: "Vier Wochen lang esse und trinke ich nur Lebensmittel, die in Plastik verpackt sind." Vorher lässt sich der Reporter allerdings in einem spezialisierten Labor Urin- und Blutproben für einen Vorher-Nachher-Test entnehmen. Der Geschäftsführer der IGL-Labor GmbH, Stefan Moellhausen, gibt schon mal einen ersten Hinweis auf das, was der Test später sagen würde: "Ein plastikfreier Körper? Nein." Es gebe jederzeit ein "toxisches Grundrauschen" und der Mensch könne schädlichen Stoffen gar nicht mehr ausweichen, erklärt er.

Und wo ist man Plastik und Verpackungen am meisten ausgesetzt? Natürlich im Supermarkt. In Begleitung eines ehemaligen Experten des Umweltbundesamtes geht Jenke von Wilmsdorff also genau dorthin, um zu veranschaulichen, wie folgenschwer der für die meisten alltägliche Gang in den Supermarkt ist. 

Jenke reist zur "größten Müllinsel der Welt": den Malediven

Und während wir hierzulande schon keine Vorbilder in Sachen Plastiknutzung sind – pro Kopf und Jahr verbrauchen wir hierzulande etwa 220 Kilogramm Verpackungsmüll –, will der Reporter es noch weiter auf die Spitze treiben und zeigen, welche Auswirkungen die Plastiknutzung im Rest der Welt haben kann. Er reist auf die Malediven, die "größte Müllinsel der Welt". Dort wird Müll abseits der Touristenaugen wahllos verbrannt – zu sehen bekommen wir nur Traumstrände und vermeintlich heile Welt. Doch die Auswirkungen von Plastik auf Körper und Umwelt sind noch erschreckender: Wie stark Weichmacher auf Kleinkinder wirken, zeigt ein weiterer erschreckender Test. Wie deutscher Müll in Südostasien landet, wie es in einem Unverpackt-Laden ist, wie viel Mikroplastik sich in der Nordsee befindet, wie es Familien schaffen plastikfrei zu leben: All das sind weitere Aspekte, die der Reporter in seiner neusten Ausgabe des "Jenke-Experiments" aufzeigt.

Allein schon die schockierenden Bilder der Müllberge-Dörfer, der Flüsse voller Plastik und das Aufzeigen von Weichmachern in Kinder-Körpern sind so erschreckend, dass man sich als Zuschauer unweigerlich Gedanken um den eigenen Plastikgebrauch machen muss. Von Wilmsdorff hat nach seinen vier Wochen im Plastik-Extremtest selbst erfahren: Die Weichmacher-Werte im Urin waren zum Teil um das Zweihundertfache erhöht, die im Blut sogar um das Vierhundertfache. Werte, die Angst machen.

Von Wilmsdorff macht die Dringlichkeit des Problems deutlich

Von Wilmsdorffs Botschaft daher: "Wir müssen was tun, sonst ersticken wir am Plastik." Ein Aspekt bleibt aber noch zu beleuchten: Was tut die Politik gegen den Plastik-Irrsinn? Umweltministerin Svenja Schulze wird von Jenke unter anderem mit den geschönten deutschen Recyclingzahlen konfrontiert. Eine große Menge des Mülls aus der Recycling-Statistik wird nämlich nach Asien gebracht und dort verbrannt. Doch wie zu erwarten ist die Botschaft: Die Politik kann nicht viel ändern, jeder muss bei sich selbst anfangen. 

Und auch das will der Reporter aufzeigen: Man kann Plastik- durch Glasflaschen ersetzen, den Aludeckel vom Plastikjoghurtbecher abtrennen, bevor man ihn wegwirft, Jutebeutel statt Plastiktüten nutzen. Das alles sind gute Ansätze und helfen sicherlich. Auch einem selbst. Das zeigt etwa der Besuch bei Familie Öhler in Lauterbach in Baden-Württemberg. Ihr Verzicht auf Plastik spiegelt sich enorm positiv in den Weichmacher-Werten im Blut wieder und zeigt, wie stark jeder einzelne auf die Plastiknutzung Einfluss hat, wenn man denn möchte. Wie viel das allerdings im großen Ganzen ausmacht, zeigt das "Jenke-Experiment" nicht. Dafür gibt die Sendung einen guten Denkanstoß, an sich selbst zu arbeiten und das Plastikproblem anzugehen – für die Umwelt und die eigene Gesundheit.