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Aktion von Joko und Klaas "Keine Worte mehr, ich will Taten": Das sind die Pflegekräfte aus dem TV

Meike Ista
Die Krankenpflegerin Meike Ista aus Münster nahm die Zuschauer:innen mit in ihren Arbeitsalltag
© https://twitter.com/UK_Muenster
Das gab es noch nie: Joko und Klaas sendeten sieben Stunden lang auf ProSieben den Alltag einer Pflegekraft im Krankenhaus, ließen zahlreiche Pfleger:innen zu Wort kommen. Die wollen die Politik nach einem Jahr Pandemie endlich zum Handeln bewegen.

Spektakuläre Aktion: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben ihren Sendeplatz am Mittwochabend auf ProSieben genutzt, um auf die harten Bedigungen in der Krankenpflege aufmerksam zu machen. Nach einem Jahr Pandemie sind zahlreiche Pflegekräfte am Limit, doch die Politik bewegt sich nicht. Statt den angekündigten 15 Minuten sendete ProSieben tatsächlich eine sieben Stunden lange Reportage - und das ohne Werbeunterbrechungen.

Die Zuschauer:innen konnten so die Schicht der Gesundheits- und Krankenpflegerin Meike Ista im Knochenmark- und Transplantationszentrum der Uniklinik Münster miterleben. Dank einer kleinen Ansteck-Kamera bekam man hautnah jeden Schritt mit. Aufgezeichnet wurde ihr Arbeitstag bereits am 18. März.

Zwischendurch kamen immer wieder zahlreiche Pflegekräfte mit kurzen Statements zu Wort. Darunter auch prominente Vertreter:innen der Zunft, wie zum Beispiel Franziska Böhler aus Frankfurt. Sie hat im vergangenen Jahr ein Buch über die Liebe zu ihrem Beruf trotz der widrigen Umstände geschrieben. "I'm a Nurse" heißt es, sie hat es damit auf die Bestsellerlisten geschafft. Doch an ihrem harten Arbeitsalltag ändert der Erfolg nichts: Böhler ist wütend über die Zustände in der Pflege.

Sie war deshalb auch eine der Protagonist:innen, die sich im Januar gemeinsam mit dem stern mit einer Bundestags-Petition für eine Pflege-Reform engagierten. In der Joko-und-Klaas-Sendung machte sie auf den Fachkräftemangel aufmerksam. "Der Umstand, dass die Betten leer sind, ist der Tatsache geschuldet, dass es kein Pflegepersonal gibt, das sie bedienen kann", sagte Böhler. Wir bräuchten aber die bestmögliche Versorgung.

Ein weiteres bekanntes Gesicht aus der Sendung gestern dürfte für viele Alexander Jorde gewesen sein. Der Krankenpfleger aus Hildesheim hatte 2017 für Aufsehen gesorgt, als er die Bundeskanzlerin Angela Merkel in der "ARD Wahlarena" mit den Missständen im Gesundheitswesen konfrontierte. Auch er schrieb später ein Buch, war bei "hart aber fair" oder "Markus Lanz" zu Gast. Der 24-Jährige beeindruckte die Zuschauer in der ProSieben-Sendung erneut mit seiner Eloquenz und seiner Leidenschaft für das Thema Pflege. Auf Twitter ging Jorde Bundesfinanzminister Olaf Scholz hart an, der dort warme Worte über die Sendung verbreitete. "Ich will keine Worte mehr, ich will Taten. Die SPD ist Teil der Bundesregierung. Du bist Vizekanzler. Worauf warten wir? Wann, wenn nicht jetzt? Hört auf zu reden. Handelt! Wir haben keine Zeit mehr", schrieb Jorde.

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Nach sieben Stunden war der Arbeits-Tag von Meike Ista in Münster zu Ende und damit auch die Sendung. Auf Twitter kommentierten viele, dass der noch zu harmlos war, die Klinikleitung niemals den wahren Alltag zeigen würde. Wie ernst die Situation wirklich ist, verdeutlichte wohl ein Satz des Intensiv-Pflegers Ralf Berning aus Bielefeld am besten: "Ich würde lieber wieder nach Afghanistan fliegen, als die zweite Welle als Pfleger nochmal mitzuerleben," sagte der ehemalige Bundeswehr-Soldat in der Sendung. 

sst

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