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Neuer "Polizeiruf 110": Zu brutal für die Primetime im Ersten

Sprengsätze explodieren in Deutschland, bei den Bombenanschlägen gibt es zahlreiche Tote und Verletzte. Im neuen "Polizeiruf 110" wird dieses Horrorszenario gefilmte Wirklichkeit. Aus Jugendschutzgründen wird der Krimi erst im Spätprogramm ausgestrahlt.

Mit Staub und Blut bedeckte Menschen im trüben Lichtgeflacker eines Tunnels, der an vielen Stellen eingestürzt ist. Dazwischen verzweifelte Schreie der verwundeten und geschockten Opfer. Es sind verstörende Bilder, die im neuen "Polizeiruf 110" am Freitagabend gezeigt werden. Ein Terrorist verübt ein Bombenattentat auf ein Fußballstadion und ein zweiter Anschlag droht. Tausende Menschen sind in Gefahr und die Polizei ist überfordert.

"Denn sie wissen nicht, was sie tun" nennt Regisseur Hans Steinbichler seinen Krimi, den er mit Kamerafrau Bella Halben als bedrückendes, psychologisches Kammerspiel inszeniert hat. Die ARD zeigt den Krimi mit Matthias Brandt und Anna Maria Sturm am Freitag um 22.00 Uhr.

Ein ungewohnter Sendeplatz für die Krimireihe, doch der übliche Termin am Sonntagabend um 20.15 Uhr erschien den Jugendschützern als unpassend. Sie begründeten dies mit vielen schrecklichen Bilder nach dem Anschlag und mit der durchgängig gehaltenen Spannung ohne entspannte Momente, wie sie für einen 20.15-Uhr-Krimi typisch seien.

Kommissar Matthias Brandt als Ruhepol

Zwar sind es brutale Bilder, die umso nachdrücklicher wirken, da in Deutschland immer wieder die Angst vor einem solchen Attentat umgeht. Doch ist das alles wirklich schlimmer, als die Katastrophenfilme über Sturmfluten, Kriegsnächte mit Bombenhagel oder Wirbelstürme, die quer durch alle Sender auch immer zur besten Sendezeit laufen? Wohl kaum. Eindrücklich ist der Film sicherlich, aber was das Grauen erträglich macht, ist die Gelassenheit, mit der Brandt als Kommissar Hans von Meuffels agiert.

Er ist der ruhende Pol inmitten aller Wirren. Und Ruhe ist notwendig, denn ein zweiter Attentäter soll sich in München herumtreiben. Verzweifelt versuchen die Ermittler, eine weitere Katastrophe zu verhindern. Doch die Arbeit ist schwierig, da sich Landeskriminalamt, Verfassungsschutz und Polizei gegenseitig behindern. Da ist von Meuffels froh, in seiner jungen Kollegin Anna Burnhauser (Anna Maria Sturm), die eine Weiterbildung in der Mordkommission macht, eine Gleichgesinnte an seiner Seite zu haben.

kave/DPA / DPA