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Peter Lustig ist tot: "Und jetzt abschalten, liebe Kinder"

Sein Markenzeichen waren Latzhose und Nickelbrille. So wurde Peter Lustig zum liebevollen Öko-Onkel für Generationen von Kindern. Dabei hatte der Rotweintrinker auch andere Seiten.

Markenzeichen des Löwenzahn-Moderators Peter Lustig war die Latzhose

Peter Lustig war ein Flüchtlingskind: "Ich war immer da, wo die Bomben fielen"

Mochte gar keine Kinder? Über den Moderator gibt es so manchen Interneteintrag, der darauf hindeutet. Aber keine Sorge, das etwas kauzige Kindheitsidol vieler Mädchen und Jungen hat den von ihm selbst geweckten Eindruck nachdrücklich dementiert. Er mochte es nur nicht, wenn Kinder ihn auf der Straße entdeckten - denn dann konnte er nicht bei Rot über die Ampel gehen, wie er einmal sagte.

​Tüfteln, forschen, entdecken - über 25 Jahre war er eine Institution im deutschen Kinderfernsehen und das Gesicht der ZDF-Kultsendung 'Löwenzahn'", erinnert ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler. "Wir werden den Mann, der Kinder und Erwachsene immer wieder zu überraschenden Erkenntnissen geführt hat, in lebendiger Erinnerung behalten." Der "Löwenzahn-Fanclub" zeigte sich im Internet betroffen.

Noch im November erzählte der nun mit 78 Jahren verstorbene Moderator der " ", sein Ziel sei es, "uralt zu werden und gesund zu bleiben". Dass er nur wenige Monate später auf seinem Hof in der Nähe von Husum verstarb, lag an seiner schon lange angeschlagenen Gesundheit.

Peter Lustig hatte früher Lungenkrebs

Bereits 1984 war bei Lustig Lungenkrebs diagnostiziert worden. Dem langjährigen starken Raucher wurde ein Lungenflügel entfernt. Die Spätfolgen der Erkrankung führten auch dazu, dass er sich 2005 von seinem größten Erfolg, der Sendung "Löwenzahn", zurückzog. Peter Lustig ging schlicht allmählich die Puste aus - das war der Anlasss, sich mit seiner dritten Frau Astrid zurückzuziehen und sich um seine vier Kinder, darunter ein leiblicher Sohn und drei angeheiratete Töchter, sowie neun Enkel zu kümmern. Die erlebten ihn auch privat regelmäßig mit seinem neben der Nickelbrille zweiten Markenzeichen, der Latzhose. Im stern erzählte Lustigs Frau einmal, ihr Mann habe 35 Exemplare. Für seine Hochzeit ließ er sich eigens eine anfertigen - in schwarz und mit Nadelstreifen.

Also alles heiter im Leben des Mannes, dessen Name kein Künstlername war? Eher nicht. Der am 27. Oktober 1937 in Breslau geborene Moderator wurde Ende des Zweiten Weltkriegs zum Flüchtlingskind. "Ich war immer da, wo die Bomben fielen", erinnerte er sich in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an seine Kindheit. In den 1950er Jahren lernte er Rundfunktechniker, nahm für den US-Sender AFN die "Ich bin ein Berliner"-Rede von US-Präsident John F. Kennedy auf. Dass er selbst vor die Kamera wechselte, war das Produkt eines Ulks. Ein Regisseur hatte noch ein Röllchen Film übrig und sagte, Lustig solle mal vor die Kamera. Der schlug sich ein Ei auf die markante Glatze und sagte mit seiner nicht weniger markanten Stimme: "Fernsehen ist Scheiße". Ein Typ war entdeckt. Zuerst begann Lustig bei der "Sendung mit der Maus" in der ARD und erklärte Technik. Für die später in "Löwenzahn" umbenannte Sendung "Pusteblume" wechselte er 1979 zum ZDF, wo er Hauptdarsteller wurde und bis zu seinem Rückzug 2005 blieb. 

Lustig trank lieber Rotwein, als Müsli zu essen

Weil er Umweltthemen ansprach, sahen viele in ihm einen Grünen. Dem setzte er bewusst etwas entgegen: Der Müsli-Hasser trank vor seinem Bauwagen Rotwein, um nur ja nicht zu asketisch zu erscheinen.

Ein gewisser Querkopf war Lustig ebenfalls und einer, der nie seine Meinung zurückhielt. So fand er in seinen Anfängen beim den Kinderfunk grausam und ließ das alle wissen. Ihm wurden Kinder zu wenig ernst genommen. "Sie sollten möglichst lange so bleiben, wie sie geboren sind: neugierig und offen. Doch bald kommen die Erwachsenen und kleistern ihre Gehirne zu", sagte er einmal.

Auch mit dem aktuellen Kinderfernsehen hatte Lustig abgeschlossen, "kleine Kinder würde ich heute nicht mehr alleine vor den Fernseher lassen." Für ihn galt, was er seinem Publikum bei Löwenzahn immer zum Abschied sagte: "Und jetzt abschalten, liebe Kinder..."

tis/Ralf Isermann/AFP
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo