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Interview

Schwule Kuppelshow: Fake oder echte Liebe? Das sagen die "Prince Charming"-Kandidaten

Sie sind das neue schwule Traumpaar: die "Prince Charming"-Kandidaten Nicolas Puschmann und Lars Tönsfeuerborn. Im Doppelinterview mit dem stern erklären sie, ob es die große Liebe ist, in welchen Situationen die Kameras aus waren und ob es im Dschungelcamp weiter geht.

Prince Charming: Nicolas und Lars

Am Mittwochabend durften sie beim Public Viewing der finalen Folge von "Prince Charming" in Hamburg endlich ihre Liebe zeigen: Nicolas Puschmann und Lars Tönsfeuerborn (l.)

MG RTL D

Er ist der erste deutsche "Prince Charming": Im Finale der Dating-Show musste sich Nicolas Puschmann zwischen zwei Männern entscheiden. Seit Mittwoch ist Folge 8 beim Streamingdienst TVNow online. Die letzte Krawatte durfte Lars Tönsfeuerborn behalten. Da die Show bereits Mitte Oktober abgedreht wurde, musste das neue schwule Traumpaar sein Glück wochenlang vor der Öffentlichkeit verbergen. Im Doppelinterview mit dem stern sprechen sie erstmals über ihre Beziehung, die Dreharbeiten auf Kreta und ihre Zukunftspläne.

Herzlichen Glückwunsch, Sie sind das neue schwule Traumpaar. Ist es die große Liebe?

Nicolas: Voll und ganz. Ich hätte das niemals erwartet, in der Show jemanden zu treffen, bei dem es so passt. Klar hatte ich die Hoffnung, dass unter den 20 Kandidaten einer sein würde, bei dem es funkt. Aber dass es mich so erwischen würde, das hätte ich nie gedacht. Ich bin sehr glücklich.

Lars: Ich habe um Nicolas gekämpft. Meine Gefühle für ihn wurden immer stärker. Und irgendwann war ich sicher: Er ist meine große Liebe.

Die Zeit, die Sie in der Show miteinander verbringen konnten, war limitiert. Sie wurden bei den Dates von Kameras gefilmt. Wie kann man sich da verlieben?

Nicolas: Wir waren abgeschottet von der Außenwelt, hatten auch kein Handy. Trotz Kameras konnte ich Empathie und Sympathie entwickeln. Die Einzeldates waren teilweise auch länger, als es den Eindruck machte. Es war eine sehr intensive Erfahrung.

Lars: Ich habe ihn oft darum gebeten, dass ich ein Date brauche, in dem wir in die Tiefe gehen können. Beim Übernachtungsdate waren die Kameras und Mikrofone auch nicht die ganze Zeit dabei. Das hat gutgetan und hat uns auch sicherer gemacht, was unsere Gefühle angeht.

Liebe auf den ersten Blick war es aber nicht.

Nicolas: Mein erster Eindruck von Lars war: Das ist der beschwipste Podcaster. Ich war sehr vorsichtig, weil ich von ihm ein gewisses Bild hatte, auch weil ich seinen Podcast "Schwanz und ehrlich" kannte.

Lars: Ich kenne die Vorurteile, weil ich oft damit konfrontiert werde. Ich habe mich darauf konzentriert, mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin. Denn es gibt mehr als den Podcaster, der über sein Sexleben spricht.

Geflirtet und geküsst hat "Prince Charming" auch mit anderen Männern. Wann haben Sie sich für Lars entschieden?

Nicolas: Tatsächlich erst im Finale. Ich habe mir die Frage gestellt, wie wird es nach der Show werden. An wen kann ich mich anlehnen? Wer ist auf Augenhöhe? Wer hat den gleichen Humor wie ich? Das hat den Ausschlag gegeben.

Haben Sie noch Kontakt zu Dominic, der ebenfalls im Finale stand?

Nicolas: Die ersten Wochen danach nicht. Doch inzwischen haben wir uns wiedergesehen. Es ist alles cool zwischen uns.

Im Haus gab es auch Zoff. Insbesondere zwischen Lars und Alexander. Haben Sie sich ausgesprochen?

Lars: Es gab eine kleine Aussprache mit ihm. Wir wissen aber beide, dass wir keine großen Freunde mehr werden. Und das ist auch okay so.

Sie mussten Ihre Beziehung wochenlang geheim halten, da das Finale bereits im Oktober abgedreht wurde. Wie ging das?

Lars: Das war ziemlich anstrengend, denn wir konnten uns immer nur hinter verschlossenen Türen treffen. Ich habe in seinem Auto sogar hinten gesessen, weil es verdunkelte Scheiben hat. Ein ständiges Versteckspiel.

Nicolas: Aber auch eine schöne Zeit. Denn die ständige Zweisamkeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit war der Härtetest für die Beziehung. Uns war klar: Wenn wir das schaffen, dann kann uns danach nichts mehr aus der Bahn bringen.

Gab es nie Streit?

Nicolas: Klar streitet man auch mal. Aber wir haben immer die Kurve bekommen. Und wir haben die Zeit genutzt, uns noch intensiver kennenzulernen.

Lars: Allerdings kann ich die "Bachelor"-Kandidaten jetzt gut verstehen, die wenige Wochen nach der Show wieder getrennt sind. Ich bin schon froh, wenn wir den Alltag endlich gemeinsam bestreiten können. Zusammen in den Supermarkt gehen oder einfach mal mit dem Hund raus. Das war bislang ja nicht möglich.

Wie ist das Feedback auf die Teilnahme an "Prinz Charming"? Werden Sie auf der Straße erkannt?

Nicolas: Ich habe nur positive Rückmeldungen bekommen. Mir hat vergangene Woche eine Frau auf dem Fahrrad zugewinkt. Da dachte ich für einen Moment: Kenne ich die? Dass einen Leute auf der Straße erkennen, ist selten. Aber es kommt vor.

Lars: In der Gay-Community ist es nochmal heftiger. Ich war am Wochenende auf dem schwulen Weihnachtsmarkt in Köln, da wurde ich ständig um Selfies gebeten.

Es gab auch Kritik an der Show. Auch von Schwulen. Einige bemängeln, dass zu viele Klischees und Stereotypen bedient wurden.

Nicolas: Ich kann das nicht nachvollziehen. Es war eine große Bandbreite unterschiedlicher Männer in der Show: die Schüchternen, die Lauten, die Angepassten, die Provokativen.

Lars: Klischees entstehen ja erst im Kopf. Es fordern alle Toleranz und Akzeptanz, also sollte jeder sein dürfen, wie er ist.

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Was kommt nach "Prinz Charming"? Wäre das Dschungelcamp eine Show für Sie?

Lars: Ich würde sofort in den Dschungel gehen. Ich fände diese Erfahrung sehr interessant und bin großer Fan der Show. Aber ich glaube, Nicolas sieht das anders.

Nicolas: Da müsstest du dann definitiv ohne mich gehen.