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Bei "Markus Lanz" im ZDF: "Das kotzt mich so an": Til Schweiger kritisiert die Medien und plädiert für Populismus

Til Schweiger hat bei "Markus Lanz" erklärt, wen er in der deutschen Politik am liebsten "nach Berlin tragen" würde - und wieso er Populismus gar nicht so schlimm findet.

Til Schweiger spricht bei Markus Lanz unter anderem über Trump

Til Schweiger erklärt bei "Markus Lanz" unter anderem, was er von US-Präsident Donald Trump hält

Normalerweise läuft es bei "Markus Lanz" so ab, dass der Moderator sich immer erst seinen Gästen aus der Politik zuwendet. Es wird diskutiert, meist in einem Dialog zwischen dem angesprochenen Gast und Markus Lanz. In der gestrigen Ausgabe der ZDF-Sendung lief es allerdings anders ab: Schauspieler Til Schweiger wartete nicht erst die drei Gäste vor ihm ab, bis er zu Wort kommen durfte. Er wollte auch bei den politischen Themen mitmischen – und schien besonders mit CDU-Fraktionsvize Carsten Linnemann auf einer Wellenlänge zu sein. 

Das merkte man unter anderem, als Linnemann über die Wichtigkeit der deutschen Beziehungen zu den USA erzählte und auf Donald Trump zu sprechen kam. "Ich kann an diesem Mann nichts finden. Der ist unerträglich", musste Til Schweiger einschreiten – und erntete Applaus vom Publikum und Zuspruch von Linnemann. An Trump sei das einzig Gute, dass er die Wahrheit sage, findet der 56-Jährige und erklärte: "America first" gelte unter Trump wirklich. Es sei immer das Ziel der amerikanischen Regierungen gewesen, eine Annäherung zwischen Russland und Deutschland zu verhindern, weil das für das Land gefährlich sei. "Da muss man ihm Respekt zollen, dass er da die Wahrheit sagt. Denn die anderen haben das nie gesagt. (...) Das war das einzig Positive, was ich über ihn zu sagen habe."

Til Schweiger zeigt sich mit einer neuen Frau an seiner Seite

Til Schweiger verteidigt Carsten Linnemann

Im weiteren Verlauf des Gesprächs kam der Moderator auf das Thema Shitstorm zu sprechen. Linnemann war nämlich in die Kritik geraten, als er gesagt haben soll, er wolle Kindern, die kein Deutsch sprechen, den Zugang zur Schule verwehren. Das sei ihm in den Mund gelegt worden. Für Til Schweiger geht das gar nicht: "Das kotzt mich so an an diesem Land", sagte der Schauspieler laut und griff die Medien an, die Wahrheiten verdrehen würden oder Dinge aus dem Kontext reißen würden. "Die machen das alle extra. Die haben alle Abitur!" 

Auch zum Thema Populismus hatte Schweiger einiges zu sagen: "Was ist an Populismus schlimm?" Es heiße schließlich nur, dass man die Meinung des Volkes vertrete. Und das habe die Politiker schließlich gewählt. Es gab erneut Applaus vom Publikum und abermals Zuspruch von Linnemann. Auch Til Schweiger soll schon vieles angedichtet geworden sein: "Ich bin von Linksextremismus bis Nazi – bei mir ist alles dabei." Er gab gegenüber Markus Lanz zu: "Ich hab schon alles gewählt. Es ist so schwer in diesem Land, du weißt nicht, was du wählen sollst." Gut findet er Friedrich Merz, sagte Schweiger, "weil der spricht Tacheles". Auch einen anderen Politiker würde Schweiger supporten: "Oder Bosbach. Den würde ich selber nach Berlin tragen."

Til Schweiger spricht über Kinoflop

Als Schweiger am Ende der Sendung dann noch die für ihn geplante Redezeit bekam, sprach er unter anderem über seinen neuen Film und einen der größten Misserfolge seiner Karriere: "One Way." Ein Film aus dem Jahr 2006, mit dem er eigentlich eine Debatte über Gewalt an Frauen anregen wollte. Das ging allerdings schief: "Weil der Film eben nicht gesehen wurde", sagte Schweiger. Er habe fast zwei Millionen Euro von seinem eigenen Geld verloren und sogar Teile seines Hauses gepfändet. Das habe seine damalige Ehefrau Dana nicht gewusst – und sei "not amused" gewesen, als sie es herausfand, wie Til Schweiger grinsend erklärte. 

Quelle: "Markus Lanz" in der ZDF-Mediathek

maf